Kulturbauten stiften Identität und fördern gesellschaftlichen Austausch und Zusammenhalt. Mit einer einwöchigen Reise zu ausgewählten Einrichtungen möchte Staatsminister Weimer historische und kulturelle Bauwerke in Deutschland würdigen und die Arbeit der Kulturinstitutionen sichtbarer machen. Seine erste Station hat ihn nach Bayern geführt.
Das Kloster Wettenhausen im bayerischen Kammeltal hat eine fast 900-jährige Geschichte. Das Dominikanerinnenkloster ist ein Ort des Austauschs und der Begegnung zwischen Religion, Kultur und Gesellschaft. Es ist die erste Station der fünftägigen Reise, die der Staatsminister für Kultur und Medien am 15. Juni begonnen hat.
Mit dieser Reise möchte der Staatsminister Weimer die besondere Bedeutung der Bauwerke für unsere kulturelle Identität würdigen – und sie noch stärker im öffentlichen Bewusstsein verankern. „Kulturbauten erzählen die Geschichte unseres Landes. Sie bewahren Erinnerungen, stiften Identität und schaffen Orte der Begegnung – nicht nur in den großen Städten. Gerade in kleineren Gemeinden tragen Museen, Klöster und Schlösser wesentlich zum kulturellen Leben und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei“, erklärt der Staatsminister zum Start der Reise. „Diese Leistungen verdienen Sichtbarkeit und Anerkennung“, betont Weimer.
In den kommenden Tagen wird er zahlreiche Einrichtungen besuchen, die sein Haus derzeit bei Bau- und Sanierungsmaßnahmen unterstützt. Die entsprechenden Förderungen wurden vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages politisch beschlossen. Den Auftakt bildet Bayern, wo Weimer neben Wettenhausen auch die Klöster Weißenohe und Waldsassen besichtigen wird. Von dort geht es weiter nach Berlin, wo ein Besuch der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche auf der Agenda steht, und dann nach Thüringen und Sachsen-Anhalt.
Stationen der Reise
Zu Beginn der Reise besuchte Staatsminister Weimer das Kloster Wettenhausen. Gemeinsam mit den Schwestern besichtigte er den Kaisersaal mit seiner prachtvollen barocken Stuckdecke. Dort finden regelmäßig Konzerte statt.
BKM / Leon Frerot
Seit 2022 wird das Kloster mit Unterstützung des Bundes umfassend saniert. Noch in diesem Jahr soll die feierliche Eröffnung stattfinden.
BKM / Leon Frerot
Im Kloster Weißenohe, der nächsten Station der Reise, soll die Chorakademie des Fränkischen Sängerbundes errichtet werden. Dazu wird der Prälatenbau aus dem 17. Jahrhundert erweitert. Staatsminister Weimer übergab dort feierlich den Förderbescheid.
BKM / Timm Schamberger
An einem Modell bekam der Staatsminister einem genaueren Eindruck von den geplanten Baumaßnahmen.
BKM / Timm Schamberger
Weiter ging es zum Kloster Waldsassen, wo der Bund die Sanierung und Instandsetzung der historischen Stiftsbibliothek fördert. Der Staatsminister besichtigte sie zusammen mit der Äbtissin des Klosters.
BKM / Max Hörath
Dabei steuerte der Staatsminister auch etwas zur Zeitkapsel für künftige Generationen bei, die in der Bibliothek versenkt werden soll.
BKM / Max Hörath
Als vierte Station besuchte Staatsminister Weimer am 16. Juni die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in Berlin und überreichte dort einen Förderbescheid.
BKM / Christina Czybik
Mit Unterstützung des Bundes werden die wabenartige Betonfassade und die wertvollen Betondickgläser saniert.
BKM / Christina Czybik
Am 17. Juni ging es weiter nach Weimar. Dort besichtigte der Staatsminister zunächst das Goethe-Nationalmuseum im einstigen Wohnhaus des Dichters am Frauenplan. Es gehört zur Klassik Stiftung Weimar, die mit ihren mehr als 20 Museen, Schlössern, historischen Häusern und Parks zu den größten und bedeutendsten Kultureinrichtungen Deutschlands zählt.
BKM / Fabio Schönfeld
Im November 2026 wird das Museum vorerst schließen. Mit Unterstützung des Bundes soll es in den kommenden Jahren grundlegend saniert werden. Auch seine Ausstellung soll neu konzipiert werden.
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Die nächste Station war das Goethe-und-Schiller-Archiv. In Deutschlands ältestem Literaturarchiv befinden sich unter anderem die Nachlässe Johann Wolfgang von Goethes und Friedrich Nietzsches, die zum UNESCO-Weltdokumentenerbe gehören.
BKM / Fabio Schönfeld
Darüber hinaus bewahrt das Archiv Einzelhandschriften von etwa 3.000 Persönlichkeiten aus Literatur, Musik, Bildender Kunst und Wissenschaft. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem 18. und 19. Jahrhundert.
BKM / Fabio Schönfeld
Beim anschließenden Termin im Residenzschloss unterzeichnete der Staatsminister gemeinsam mit Kulturminister Tischner und Weimars Oberbürgermeister Kleine ein Finanzierungsabkommen für die Klassik Stiftung Weimar für die Jahre 2027 bis 2031. Es schafft die Grundlage dafür, die Arbeit der Stiftung langfristig zu sichern und ihre bedeutenden Sammlungen, Museen, Archive und historischen Liegenschaften für kommende Generationen zu erhalten.
BKM / Fabio Schönfeld
„Damit setzen wir ein starkes Zeichen für die nachhaltige Sicherung unseres kulturellen Erbes“, betonte Weimer. Der Bund wird in den kommenden fünf Jahren insgesamt 75,45 Millionen Euro für die Stiftung zur Verfügung stellen.
BKM / Fabio Schönfeld
Den Abschluss des dritten Tages bildete der erste Spatenstich für den Neubau der Werkstätten des Deutschen Nationaltheaters Weimar. Mit der Errichtung des neuen Werkstattgebäudes startet die umfassende Generalsanierung des Theaters.
BKM / Fabio Schönfeld
„Die Generalsanierung ist eine Investition in die Zukunft“, sagte Staatsminister Weimer – „in einen Ort, der Menschen zusammenführt, künstlerischen Austauschs ermöglicht und kreative Impulse weit über Thüringen hinaus sendet. Ein Ort der Identität stiftet.“
BKM / Fabio Schönfeld
Am vierten Tag seiner Reise besuchte der Staatsminister die Saalecker Werkstätten südlich von Naumburg in Sachsen-Anhalt. Hier fand die feierliche Grundsteinlegung für ein zukünftiges Dokumentationszentrum statt. Die „Neuen Saalecker Werkstätten“ sollen unter anderem auch als Kreativzentrum für junge Menschen aus Kunst, Handwerk, Wissenschaft und Politik genutzt werden.
BKM, Jens Schlüter
Bereits im Vorfeld seiner Reise erklärte der Staatsminister: „Die Kultureinrichtungen in Sachsen-Anhalt sind nicht nur für die Menschen vor Ort von großer Bedeutung, sondern besitzen eine Strahlkraft weit über die Landesgrenzen hinaus.“ Gemeinsam mit Kulturminister Robin Robra tauschte er sich mit Vertreterinnen und Vertretern aus rund 30 Kulturinstitutionen des Landes Sachsen-Anhalt aus.
BKM, Jens Schlüter
Um 1230 maß das Schloss Neuenburg bei Freyburg etwa 30.000 Quadratmeter und war damit eine der größten Höhenburgen Deutschlands. Staatsminister Weimer besuchte das Schloss und das umliegende Gelände.
BKM, Jens Schlüter
Dabei wurden ihm auch die Sanierungs- und Baumaßnahmen vorgestellt, an denen sich der Bund und das Land Sachsen-Anhalt mit einer Förderung von mit bis zu 33 Millionen Euro beteiligen.
In Zeitz, der ehemaligen Residenz- und späteren Industriestadt im Burgenlandkreis, legten Staatsminister Weimer und Kulturminister Robra einen Kranz am Mahnmal für Pfarrer Oskar Brüsewitz nieder. Der evangelische Pfarrer setzte sich in der DDR gegen die Unterdrückung der Kirche und die Benachteiligung christlicher Kinder und Jugendlicher durch das SED-Regime ein.
BKM, Jens Schlüter
Abschließend machte der Staatsminister einen Rundgang durch das Reallabor ZEKIWA Zeitz (RZZ) der Stiftung Bauhaus Dessau. Es befasst sich mit der ehemaligen Kinderwagenfabrik, die die Industriegeschichte der Stadt lange prägte. Das Areal wird nach den Kriterien des Neuen Europäischen Bauhaus revitalisiert: schön, nachhaltig, gemeinsam.
BKM, Jens Schlüter
Am letzten Tag seiner Kulturbautenreise besichtigte Staatsminister Weimer das Schloss Heidecksburg in Rudolstadt im Süden von Thüringen und machte einen Rundgang durch das dort ansässige Thüringer Landesmuseum. Das Schloss verbindet eindrucksvoll Geschichte, Kunst und Naturkunde und bietet mit wechselnden Sonderausstellungen sowie dem Blick über Rudolstadt ein vielseitiges Kulturerlebnis.
BKM, Fabio Schönfeld
Ausführlich informierte sich der Staatsminister über die laufenden Sanierungsmaßnahmen, die der Bund und das Land Thüringen gemeinsam mit rund 39 Millionen Euro fördern. Die Mittel tragen dazu bei, das einzigartige Barockschloss als bedeutendes Kulturdenkmal zu bewahren und für kommende Generationen zu erhalten.
BKM, Fabio Schönfeld
Orte, die Identität stiften - die besuchten Einrichtungen
Schloss Heidecksburg
Das Schloss Heidecksburg zählt zu den prächtigsten Barockschlössern Thüringens und beeindruckt besonders mit seinem prachtvollen Rokoko-Festsaal, der zu den bedeutendsten seiner Art in Deutschland gehört. Außerdem beherbergt das Schloss das Thüringer Landesmuseum, in dem Sammlungen wie die Porzellangalerie oder das Naturalienkabinett entdeckt werden können. Der Bund und das Land Thüringen investieren paritätisch insgesamt 39 Millionen Euro in Sanierungsarbeiten, die je zur Hälfte von Bund und Land finanziert werden.
Foto: BKM, Fabio Schönfeld
Schloss Neuenburg
Das Schloss Neuenburg bei Freyburg (Unstrut) zählt zu den bedeutendsten hochmittelalterlichen Burganlagen Deutschlands. Die zwischen 1090 und 1230 errichtete Anlage wurde unter den Landgrafen von Thüringen prachtvoll ausgebaut. Im Rahmen eines umfassenden Entwicklungskonzepts werden die historischen Bauten nachhaltig gesichert und die Vorburg zu einem ganzjährigen Erlebnisort für die höfische Kultur des Mittelalters weiterentwickelt. Der Bund und das Land Sachsen-Anhalt fördern die Sanierung und den Ausbau des Schlosses mit bis zu 33 Millionen Euro, wovon unter anderem auch der Neubau eines barrierefreien Besucher- und Informationszentrums realisiert wird.
Foto: BKM, Jens Schlüter
Saalecker Werkstätten
Die Saalecker Werkstätten befinden sich unterhalb der Burg Saaleck südlich von Naumburg in Sachsen-Anhalt. Diese wurde ab 1901 stark durch den Architekten und späteren NS-Rassenideologen Paul Schultze-Naumburg geprägt. Nach der denkmalgerechten Sanierung sollen die Werkstätten als Dokumentationszentrum zur Geschichte Schultze-Naumburgs mit besonderem Fokus auf Antisemitismus und Rassismus genutzt werden. Gleichzeitig wird ein Kreativzentrum für junge Menschen aus Kunst, Handwerk, Wissenschaft und Politik errichtet. BKM unterstützt die Sanierung der „Neuen Saalecker Werkstätten“ mit rund 6,8 Millionen Euro.
Foto: BKM, Jens Schlüter
Deutsche Nationaltheater Weimar
Das Deutsche Nationaltheater Weimar zählt zu den bedeutendsten Orten der deutschen Geschichte und Kultur. Unter Johann Wolfgang von Goethes Leitung wurde hier Anfang des 19. Jahrhunderts Literatur- und Schauspielgeschichte geschrieben. 1919 wurde im Deutschen Nationaltheater die Verfassung der ersten Demokratie auf deutschem Boden verabschiedet. Der Bund fördert seine Generalsanierung gemeinsam mit dem Land Thüringen mit jeweils 83,5 Millionen Euro.
Foto: picture alliance/dpa | Heiko Rebsch
Stadtschloss
Das Stadtschloss ist die ehemalige Residenz der Herzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach. Über Jahrhunderte bildete es das kulturelle Herz der Stadt. Hier lebten und wirkten die Ernestiner-Herzöge fast 400 Jahre in der Gesellschaft bedeutender Dichter, Denker, Künstler und Komponisten. Das Stadtschloss Weimar gehört zur Klassik Stiftung Weimar und ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Klassisches Weimar“. Derzeit wird es grundlegend saniert. Der Bund fördert die Sanierung gemeinsam mit dem Land Thüringen mit jeweils 70 Millionen Euro.
Foto: Klassik Stiftung Weimar, Foto: Gordon Welters
Goethe- und Schiller-Archiv
Das Goethe- und Schiller-Archiv wurde 1885 gegründet und ist das älteste Literaturarchiv Deutschlands. Es verwahrt Nachlässe von Schriftstellern, Gelehrten, Philosophen, Komponisten und bildenden Künstlern, darunter diejenigen Johann Wolfgang von Goethes, Friedrich Schillers und Friedrich Nietzsches. Darüber hinaus bewahrt es Archive von Verlagen, Vereinen und literarischen Gesellschaften sowie Einzelhandschriften von Persönlichkeiten vom Ende des 13. bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts. Das Goethe- und Schiller-Archiv ist Teil der Klassik Stiftung Weimar, die gemeinsam vom Bund, dem Freistaat Thüringen und der Stadt Weimar finanziert wird.
Foto: Klassik Stiftung Weimar
Goethe-Nationalmuseum
Das Goethe-Nationalmuseum ist das bedeutendste Museum zu Leben und Werk von Johann Wolfgang von Goethe. Es befindet sich im Wohnhaus des Dichters, ist mit originalen Einrichtungs- und Sammlungsgegenständen ausgestattet und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe „Klassisches Weimar“. Der Bund unterstützt die Sanierung und Modernisierung des Goethe-Nationalmuseums mit rund 9 Millionen Euro. Sie soll im November 2026 starten. Das Goethe-Nationalmuseum ist Teil der Klassik Stiftung Weimar, die gemeinsam vom Bund, dem Freistaat Thüringen und der Stadt Weimar finanziert wird.
Foto: Klassik Stiftung Weimar
Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche
Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in Berlin gehört zu den Ikonen der Nachkriegsmoderne und zählt jedes Jahr mehrere hunderttausende Besucherinnen und Besucher. Zwischen 1959 und 1963 entstand um die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Turmruine die neue Kirchenarchitektur nach dem Entwurf von Egon Eiermann. Der BKM unterstützt die Sanierung der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche mit bis zu 17,5 Millionen Euro.
Foto: BKM / Christina Czybik
Kloster Waldsassen
Das Kloster Waldsassen wurde um 1133 gegründet. Jedes Jahr besuchen etwa 60.000 Menschen das Zisterzienserinnenkloster in Oberfranken, dessen Innenräume sich durch ihre spektakuläre Gestaltung mit prachtvollen Bildnismedaillons und Stuckreliefs auszeichnen. BKM unterstützt die Sanierung und Instandsetzung der historischen Stiftsbibliothek mit bis zu 4 Millionen Euro.
Foto: BKM / Max Hörath
Kloster Weißenohe
Das Kloster Weißenohe in Oberfranken besitzt eine fast 1.000-jährige Geschichte. Gegründet 1053, wurde es Ende des 17. Jahrhunderts um den Turm der Klosterkirche und die Gebäude und den heute noch erhaltenen Prälatenbau erweitert. Der Prälatenbau soll zukünftig als Chorakademie des Fränkischen Sängerbundes genutzt werden. BKM fördert seine Sanierung und seinen Umbau mit bis zu 5,3 Millionen Euro.
Foto: BKM / Timm Schamberger
Kloster Wettenhausen
Das Kloster Wettenhausen wurde um 1130 als Augustinerchorherrenstift gegründet. Im 17. Jahrhundert wurde das Kloster tiefgreifend im Barockstil umgestaltet. 1865 erwarben es Dominikanerinnen, die bis heute im Kloster leben. BKM unterstützt die Sanierung des Klosters mit insgesamt bis zu 5,47 Millionen Euro.
Ein zentrales kulturpolitisches Anliegen ist es, die kulturelle Infrastruktur zu stärken. Der Bund unterstützt daher kulturelle Einrichtungen und Kulturdenkmäler von nationaler Bedeutung bei zahlreichen Bauvorhaben. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Themenseite Kulturbauten.