Mit dem neuen Förderprogramm „MemoRails“ werden Bahnhöfe als historische Orte der NS-Verfolgung sichtbar gemacht. Der Bund unterstützt 13 Projekte lokaler und zivilgesellschaftlicher Initiativen dabei, die Geschichte von Opfern, aber auch von Täterinnen und Tätern anhand verschiedener Gedenk- und Veranstaltungsformate zu erzählen.
Als vielfrequentierte Orte des Transits sind Bahnhöfe geeignet, um Menschen die Möglichkeit zu geben, der NS-Verbrechen zu gedenken.
Die Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus und ihre Folgen aufzuarbeiten, ist eine immerwährende Verpflichtung Deutschlands und ein wichtiger Teil der deutschen Erinnerungskultur. Orte wie KZ-Gedenkstätten, Mahnmale und Dokumentationszentren erinnern an die Verbrechen des NS-Regimes sowie an das Leid der Verfolgten.
Mit dem Förderprogramm „MemoRails Halt! Hier wird an NS-Geschichte erinnert“ werden nun weitere Orte des Gedenkens erschlossen: Bahnhöfe und ihr Umfeld. Während des Nationalsozialismus waren Bahnhöfe für viele Menschen Orte des Schreckens. Sie wurden von dort aus in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert, flohen von dort aus vor der Verfolgung oder kamen als Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter an Bahnhöfen an.
Mit dem Programm fördert der Bund lokale und zivilgesellschaftliche Initiativen, die Bahnhöfe als historische Orte der NS-Verfolgung sichtbar machen. Als vielfrequentierte Orte des Transits stellen sie eine gute Möglichkeit dar, die NS-Verbrechen in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Ziel des Programms ist es, neue Impulse zur Aufarbeitung der NS-Verbrechen und zum Gedenken an die Opfer zu setzen.
Die Bewerbungsphase des Förderprogramms startete Anfang 2025 – aus 107 eingegangenen Bewerbungen wählte eine unabhängige Jury nun 13 Projekte aus, deren Umsetzung gefördert wird. Die ausgewählten Vorhaben beschäftigen sich mit unterschiedlichen Aspekten nationalsozialistischer Verfolgung und Gewalt – viele legen einen besonderen Fokus auf das Thema Zwangsarbeit.
Getragen werden die Projekte von einem breiten Spektrum zivilgesellschaftlicher Akteure: von Geschichtsvereinen und Gedenkstätten über Kultureinrichtungen und Theater bis hin zu Volkshochschulen, Stadtverwaltungen und Initiativen der politischen Bildung.
Für die Umsetzung mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr erhalten die Projektträger eine Förderung von bis zu 70.000 Euro. BKM fördert das Programm mit insgesamt einer Million Euro. Die Stiftung EVZ, die das Förderprogramm umsetzt, beteiligt sich mit weiteren 100.000 Euro. Die Deutsche Bahn AG unterstützt das Vorhaben logistisch und kommunikativ. Die ersten Projekte werden Anfang September 2025 starten.
Einen Überblick über die 13 geförderten Vorhaben finden Sie in diesem Artikel.
Weitere Informationen zum Förderprogramm finden Sie auf der Website der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft.