Mit dem Programm „MemoRails“ unterstützt der Bund zivilgesellschaftliche Projekte, die Bahnhöfe als Orte der NS-Verfolgung in den Fokus rücken. Kulturstaatsminister Weimer und die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) gaben nun die 13 Vorhaben bekannt, die für eine Laufzeit von bis zu einem Jahr gefördert werden. Insgesamt stehen dafür 1,1 Millionen Euro zur Verfügung.
Mit 107 Bewerbungen verzeichnet das Programm ein beeindruckendes Interesse an der Aufarbeitung der NS-Geschichte vor Ort.
Was ist während des Nationalsozialismus an unserem Bahnhof passiert? Wer ist hier angekommen, wurde hier abgeholt, musste hier Abschied nehmen? Diese und ähnliche Fragen dürften sich die Teilnehmenden des Bundesprogramms „MemoRails – Halt! Hier wird an NS-Geschichte erinnert“ zu Beginn ihrer Projekte gestellt haben. Bereits Anfang des Jahres hatte der Bund in einer deutschlandweiten Ausschreibung zivilgesellschaftliche Initiativen dazu eingeladen, sich mit ihren Projekten für das Förderprogramm zu bewerben.
Aus zahlreichen eingegangenen Bewerbungen wählte eine unabhängige Jury nun 13 Projekte aus, deren Umsetzung gefördert wird. Das gab Kulturstaatsminister Wolfram Weimer heute zusammen mit der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) bekannt. „Dass sich Menschen vor Ort mit bislang kaum bekannten Kapiteln der NS-Geschichte ihrer Bahnhöfe beschäftigen, zeigt, wie lebendig unsere Erinnerungskultur sein kann“, so Weimer.
Ziel der Projekte ist es, Bahnhöfe als historische Orte der NS-Verfolgung sichtbar zu machen und in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Die ausgewählten Vorhaben beschäftigen sich mit unterschiedlichen Aspekten nationalsozialistischer Verfolgung und Gewalt – viele legen einen besonderen Fokus auf das Thema Zwangsarbeit.
Getragen werden die Projekte von einem breiten Spektrum zivilgesellschaftlicher Akteure: von Geschichtsvereinen und Gedenkstätten über Kultureinrichtungen und Theater bis hin zu Volkshochschulen, Stadtverwaltungen und Initiativen der politischen Bildung.
Für die Umsetzung innerhalb eines Jahres erhalten die Projektträger eine Förderung von bis zu 70.000 Euro. BKM fördert das Programm mit insgesamt einer Million Euro. Die Stiftung EVZ, die das Förderprogramm umsetzt, beteiligt sich mit weiteren 100.000 Euro. Die Deutsche Bahn AG unterstützt das Vorhaben logistisch und kommunikativ.