13 Projekte machen NS-Geschichte sichtbar

Förderstart für „MemoRails“

Mit dem Programm „MemoRails“ unterstützt der Bund zivilgesellschaftliche Projekte, die Bahnhöfe als Orte der NS-Verfolgung in den Fokus rücken. Kulturstaatsminister Weimer und die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) gaben nun die 13 Vorhaben bekannt, die für eine Laufzeit von bis zu einem Jahr gefördert werden. Insgesamt stehen dafür 1,1 Millionen Euro zur Verfügung.

Junge Menschen laufen am Bahnsteig des Mahnmal Gleis 17 am Bahnhof Grunewald entlang.

Mit 107 Bewerbungen verzeichnet das Programm ein beeindruckendes Interesse an der Aufarbeitung der NS-Geschichte vor Ort.

Quelle: Benjamin Griebe

Was ist während des Nationalsozialismus an unserem Bahnhof passiert? Wer ist hier angekommen, wurde hier abgeholt, musste hier Abschied nehmen? Diese und ähnliche Fragen dürften sich die Teilnehmenden des Bundesprogramms „MemoRails – Halt! Hier wird an NS-Geschichte erinnert“ zu Beginn ihrer Projekte gestellt haben. Bereits Anfang des Jahres hatte der Bund in einer deutschlandweiten Ausschreibung zivilgesellschaftliche Initiativen dazu eingeladen, sich mit ihren Projekten für das Förderprogramm zu bewerben. 

Aus zahlreichen eingegangenen Bewerbungen wählte eine unabhängige Jury nun 13 Projekte aus, deren Umsetzung gefördert wird. Das gab Kulturstaatsminister Wolfram Weimer heute zusammen mit der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) bekannt. „Dass sich Menschen vor Ort mit bislang kaum bekannten Kapiteln der NS-Geschichte ihrer Bahnhöfe beschäftigen, zeigt, wie lebendig unsere Erinnerungskultur sein kann“, so Weimer. 
 

Verschiedene Perspektiven – vielfältige Akteure

Ziel der Projekte ist es, Bahnhöfe als historische Orte der NS-Verfolgung sichtbar zu machen und in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Die ausgewählten Vorhaben beschäftigen sich mit unterschiedlichen Aspekten nationalsozialistischer Verfolgung und Gewalt – viele legen einen besonderen Fokus auf das Thema Zwangsarbeit.

Getragen werden die Projekte von einem breiten Spektrum zivilgesellschaftlicher Akteure: von Geschichtsvereinen und Gedenkstätten über Kultureinrichtungen und Theater bis hin zu Volkshochschulen, Stadtverwaltungen und Initiativen der politischen Bildung.
 

Die geförderten Projekte im Überblick

  • Dekoder-gGmbH
    Letzter Halt: Flossenbürg
     

  • Schlaglicht e.V. – Emanzipatorische politische Bildung und Medienpädagogik 
    Von Birkenwerder nach Fürstenberg – Flucht, Zwang und Verfolgung an der Nordbahn. Kinder forschen, Kinder erinnern.
     

  • Menschenrechtszentrum Cottbus e.V.
    Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung. Deportationen und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus
     

  • Rödermarkfreunde e.V. zur Förderung von Kunst und Kultur
    Rosels Weg
     

  • Deutsches Theater in Göttingen GmbH
    Ein Bahnhof ohne Erinnerung
     

  • Sinti-Allianz Deutschland NRW e. V. c.o. Robert Wernicke, Köln
    Deutz Tief - Gleis ins Vergessen! Zwölf Geschichten von Verfolgung und Deportation
     

  • GERÄUSCHKULISSE e.V., Leipzig
    WAS WAR, WAS IST? Fragmente einer Absicht - Erinnern an die NS-Zwangsarbeit in Böhlen und Espenhain
     

  • Musikschule Neumünster
    VON HiER AUS - eine Projektreihe zu Ankunft, Verbleib und hinterlassenen Spuren von Menschen in der NS-Zeit
     

  • Stadtverwaltung Meiningen
    Spurensuche (Zwangsarbeit im Reichsausbesserungswerk)
     

Für die Umsetzung innerhalb eines Jahres erhalten die Projektträger eine Förderung von bis zu 70.000 Euro. BKM fördert das Programm mit insgesamt einer Million Euro. Die Stiftung EVZ, die das Förderprogramm umsetzt, beteiligt sich mit weiteren 100.000 Euro. Die Deutsche Bahn AG unterstützt das Vorhaben logistisch und kommunikativ.

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