Weimer: Antisemitismus darf keinen Platz haben

Jahrestag der Novemberpogrome

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 organisierten Mitglieder der SA und SS gewaltsame Übergriffe auf die jüdische Bevölkerung sowie auf jüdische Einrichtungen in ganz Deutschland. Die Ausschreitungen markierten einen Wendepunkt in der nationalsozialistischen Verfolgung von Jüdinnen und Juden. Zum Jahrestag fordert Staatsminister Weimer dazu auf, nicht zu vergessen und engagiert für eine Gesellschaft einzutreten, in der jüdisches Leben selbstverständlich und sicher ist.

Mehrere Passanten, darunter eine lachende Frau, vor den zerstörten Schaufenstern eines Geschäfts nach den Novemberpogromen
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Mit den Novemberpogromen 1938 erreichte die Gewalt gegen Jüdinnen und Juden bis dahin ungekannte Ausmaße: Mehr als 1.400 Synagogen wurden in Brand gesetzt, tausende jüdische Geschäfte und Wohnungen zerstört und Friedhöfe geschändet. Hunderte Menschen verloren gewaltsam ihr Leben, rund 30.000 Juden wurden in den darauffolgenden Tagen in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen verschleppt und inhaftiert. 

„Die Novemberpogrome waren kein spontaner Ausbruch von Gewalt. Sie waren ein staatlich organisierter und gelenkter Terror, initiiert von einem Regime, das jüdische Menschen systematisch entrechtete, ausgrenzte und schließlich vernichten wollte“, erklärt der Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer anlässlich des Jahrestags. 

Weimer fordert engagiertes Eintreten gegen Antisemitismus und Hass

Bereits seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 war die jüdische Bevölkerung zunehmend ausgegrenzt und entrechtet worden. Doch die Novemberpogrome markierten den Wendepunkt von der Diskriminierung hin zur systematischen Verfolgung von Jüdinnen und Juden. 

Für Kulturstaatsminister Weimer offenbarten die Ausschreitungen auch „das Versagen einer Gesellschaft, in der zu viele schwiegen, wegschauten oder die Verbrechen unterstützten.“ Teile der Bevölkerung sahen nicht nur weg, sondern beteiligten sich aktiv an den Übergriffen und Plünderungen. 

Gerade angesichts des zunehmenden Antisemitismus dürften wir nicht vergessen, wohin Ausgrenzung, Menschenfeindlichkeit und Gleichgültigkeit führen könnten. „Vielmehr müssen wir engagiert für eine Gesellschaft eintreten, in der jüdisches Leben selbstverständlich und sicher ist, in der die Menschenwürde unantastbar bleibt und in der Antisemitismus und Hass keinen Platz haben“, betont der Staatsminister.

Programm in bundesgeförderten Einrichtungen rund um den 9. November

In mehreren Einrichtungen, die der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien fördert, finden anlässlich des Jahrestags spezielle Programmpunkte statt. 

So präsentiert die Gedenkstätte Buchenwald auf dem Gelände des ehemaligen Häftlingslagers die neue Outdoor-Ausstellung „Pogrom - Buchenwald im November 1938“. Im Mittelpunkt stehen darin die Lebensgeschichten von Männern, die nach den Novemberpogromen 1938 in das KZ Buchenwald eingewiesen wurden.

Das Deutsche Historische Museum bietet anlässlich des Jahrestags zwei kostenfreie Themenführungen zu Fragen kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt an. 

Zudem ist in der Topographie des Terrors noch bis zum 31. Januar 2027 eine Ausstellung zu sehen, die sich mit dem Verhältnis der deutschen Bevölkerung zu den nationalsozialistischen Verbrechen beschäftigt. Sie fragt danach, was tatsächlich in der breiten Öffentlichkeit über die Verfolgung und Ermordung von Jüdinnen und Juden bekannt war und wie die Menschen mit diesem Wissen umgingen. 
 

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