Weimer: „Wir brauchen Orte wie diese“

Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände

Das 2001 eröffnete Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg präsentiert nach fünfjähriger Bauzeit seine neu konzipierte, multimedial aufbereitete Dauerausstellung. Anlässlich der feierlichen Eröffnung erklärte Staatsminister Weimer: „In Nürnberg zeigt sich, was es bedeutet, wenn demokratische Gesellschaften Verantwortung für ihre Vergangenheit übernehmen und Orientierung für die Zukunft geben.“

Luftbild des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände

Neben der Eröffnung der neuen Dauerausstellung feiert das Dokumentationszentrum in diesem Jahr auch sein 25-jähriges Bestehen.

Quelle: Kristof Göttling

Bereits seit dem 22. Mai 2026 ist die neue Dauerausstellung „Nürnberg und die Reichsparteitage“ des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände im Probebetrieb für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach der Testphase, in der Medien- und Leitsysteme erprobt und optimiert wurden, fand nun die offizielle Eröffnung im Rahmen einer Festveranstaltung statt.

Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer hob die wichtige Rolle des Dokumentationszentrums als Ort der Erinnerung und kritischen Auseinandersetzung hervor: „Gerade in Zeiten, in denen Rechtsextreme und Populisten unsere Demokratie angreifen und einen Schlussstrich unter die Geschichte ziehen wollen, brauchen wir Orte des Lernens und der kritischen Reflexion – Orte wie diese.“

Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände befindet sich im Nordflügel der Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Die von den Nationalsozialisten konzipierte, jedoch nie fertiggestellte Kongresshalle ist Teil des größten erhaltenen Ensembles nationalsozialistischer Staats- und Parteiarchitektur in Deutschland. Von 1933 bis 1938 nutzte das NS-Regime das Gelände für die Reichsparteitage, die als gewaltige Propagandaveranstaltungen der Inszenierung und Festigung seiner Macht dienten.

Neue Inhalte, moderne Vermittlungsformate

Auf rund 1.600 Quadratmetern vermittelt die neue Dauerausstellung auf Deutsch und Englisch die Geschichte des Reichsparteitagsgeländes multimedial und interaktiv. In sieben Kapiteln und vier chronologisch angeordneten Zeiträumen beleuchtet sie unter anderem die Entwicklung Nürnbergs zur „Stadt der Reichsparteitage“, die propagandistische Inszenierung des NS-Regimes, die Verbrechen während des Zweiten Weltkriegs sowie den Umgang mit dem historischen Erbe von 1945 bis heute.

Neben der Geschichte des Reichsparteitagsgeländes und seiner Verbindung zur Stadt Nürnberg berücksichtigt die Ausstellung auch die übergeordneten Entwicklungen auf nationaler und internationaler Ebene. Mehr als 500 historische Fotos und Dokumente sowie über 250 Exponate werden unter anderem durch 25 interaktive Medienstationen ergänzt.

Bund stärkt Nürnbergs Orte der Erinnerung

Die Neukonzeption der Dauerausstellung wurde vom BKM  mit 3,7 Millionen Euro unterstützt. Darüber hinaus engagiert sich BKM mit zahlreichen weiteren Fördermaßnahmen für die Aufarbeitung der NS-Geschichte und die Stärkung der Erinnerungskultur in Nürnberg.

Mit insgesamt mehr als 90 Millionen Euro fördert der Bund unter anderem den Erhalt der Kongresshalle, ihre kulturelle Nutzung sowie die Weiterentwicklung von Zeppelintribüne und Zeppelinfeld zu einem Lern- und Begegnungsort. Auch die Erweiterung der Dauerausstellung im Memorium Nürnberger Prozesse wird bis 2029 mit 750.000 Euro unterstützt.

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