Die ProSiebenSat.1 SE könnte in Kürze vollständig durch die italienische Holding MFE übernommen werden. Medienstaatsminister Weimer hat sich in einem Interview mit dem SPIEGEL dazu geäußert. Der Vorgang sei für die Medien- und Meinungsvielfalt von hoher Bedeutung, sagte der Staatsminister.
Er sorge sich darum, ob die journalistische Unabhängigkeit gewahrt bleibe, erklärt Staatsminister Weimer.
„Deutschland braucht starke Fernsehsender. Für die Medien- und Meinungsvielfalt sind freie und autonome Sender von zentraler Bedeutung“, unterstreicht Medienstaatsminister Wolfram Weimer im Gespräch mit Konstantin von Hammerstein im SPIEGEL.
Der Staatsminister äußert Sorge darüber, ob die journalistische und wirtschaftliche Unabhängigkeit auch nach einem Eigentümerwechsel gewahrt bleibe. „Zudem haben wir ein Interesse daran, dass der Standort München auch für die Zukunft garantiert wird, vor allem wenn ProSieben Teil einer europäischen Plattform werden soll“, so der Staatsminister. Dann sollte diese Plattform in Deutschland ihren Sitz haben und deutschem Recht unterworfen sein, sagt Weimer weiter.
„Wir prüfen und betreiben eine offene Folgenabschätzung“, erklärt der Staatsminister. Er erwarte bei diesem Vorgang Transparenz und habe mit allen Beteiligten das Gespräch gesucht. Den italienischen Medien-Unternehmer Pier Silvio Berlusconi hat Weimer zu einem Gespräch ins Kanzleramt eingeladen.