Weimer: „Glücklichster Tag in deutscher Nachkriegsgeschichte“

Tag der Deutschen Einheit

Vor 36 Jahren wurde die staatliche Einheit Deutschlands vollzogen. Der 3. Oktober gilt seitdem als fester Feiertag in Deutschland. Anlässlich des Tages der Deutschen Einheit besuchte Staatsminister Weimer Feierlichkeiten in der Gedenkstätte Point Alpha. Heute nimmt er an einem Festakt mit anschließendem Talk in der Erlöserkirche in Bad Homburg teil.

Ausgelassen feiert eine riesige Menschenmenge in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 vor dem Brandenburger Tor in Berlin

Allein in Berlin feierten rund eine Million Menschen in der Nacht des 3. Oktober die deutsche Einheit.

Quelle: picture-alliance/ dpa | Fotoreport

Aus zwei Staaten wurde einer: Zum 36. Mal feiert Deutschland die Wiedervereinigung zwischen der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und der Bundesrepublik Deutschland. Am 3. Oktober 1990 trat der Einigungsvertrag in Kraft, der die staatliche Einheit nach über 40 Jahren der Teilung wiederherstellte.

„Der 3. Oktober 1990 war zweifellos der glücklichste Tag in der deutschen Nachkriegsgeschichte“, sagte Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer zum Tag der Deutschen Einheit und erinnerte an die Friedliche Revolution der DDR-Bürgerinnen und -Bürger, die den Weg zur deutschen Einheit ebnete.

Von der Friedlichen Revolution zur Einheit

Vier Jahrzehnte lang bestimmte das SED-Regime das politische Leben in der DDR. 1989 wuchs der Druck auf die Führung spürbar: Hunderttausende DDR-Bürgerinnen und -Bürger verließen das Land, während zugleich immer mehr Menschen für politische Veränderungen, Reisefreiheit und demokratische Rechte auf die Straße gingen – weitgehend friedlich und ohne Gewalt. Am 9. November 1989 schließlich wurde die Berliner Mauer durchlässig.

Der Mauerfall leitete eine rasante politische Entwicklung ein. Bei der ersten freien Volkskammerwahl am 18. März 1990 erhielt die „Allianz für Deutschland“ die meisten Stimmen; die neu gewählte Volkskammer beschloss am 23. August den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland nach dem damaligen Artikel 23 des Grundgesetzes. Der anschließende Einigungsprozess führte am 3. Oktober 1990 zur staatlichen Einheit Deutschlands.

Der Einigungsvertrag zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland legte unter anderem Berlin als neue Hauptstadt fest. Am 3. Oktober 1990 wurde dort um Mitternacht auf dem Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude erstmals die Flagge der Einheit gehisst.

Staatsminister Weimer warnt vor Geschichtsrevisionismus

Im Rahmen des Tages der Deutschen Einheit nahm Staatsminister Weimer an einem Festakt in der Gedenkstätte Point Alpha an der Grenze zwischen Hessen und Thüringen teil. Dort legte er einen Kranz für die Opfer der Deutschen Teilung am Denkmal der Deutschen Teilung und Wiedervereinigung ab.

Er warnte außerdem vor einem Geschichtsrevisionismus, der die SED-Diktatur nachträglich verkläre. „Gerade in einer Zeit, in der die Verlockung des Autoritären zunimmt, müssen wir uns daran erinnern, was Diktaturen den Menschen antun und was das SED-Regime für all jene Bürger bedeutete, die Widerstand leisteten und offen um ihre Freiheit kämpften“, so Weimer.

„Nur ein kritisches Geschichtsbewusstsein schützt uns vor antidemokratischem Populismus und totalitären Ideologien“, so der Staatsminister weiter. „Deshalb setzt sich mein Haus für eine aufklärende Erinnerungskultur ein, die Fakten präsentiert und historische Zusammenhänge verdeutlicht.“

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