Weimer: Demokratie schützen und verteidigen

Gedenken an den 20. Juli 1944

Am 20. Juli 1944 versuchte eine Gruppe von Wehrmachtsoffizieren und Zivilisten, Adolf Hitler durch einen Sprengstoffanschlag zu töten und das nationalsozialistische Regime zu stürzen. Bis heute steht der Tag für den gesamten Widerstand gegen den Nationalsozialismus und erinnert an den Mut der Menschen, die sich ihm entgegenstellten.

Ehrenhof in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in der Stauffenbergstrasse in Berlin

Am 82. Jahrestag des Umsturzversuches findet die Feierstunde der Bundesregierung und der Stiftung 20. Juli 1944 im Ehrenhof der Gedenkstätte Deutscher Widerstand statt.

Quelle: IMAGO / Reiner Zensen

Mehr als 100 Menschen wurden nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 vom nationalsozialistischen Regime zum Tode verurteilt und hingerichtet. Tausende weitere Beteiligte und mutmaßliche Mitwisserinnen und Mitwisser wurden verfolgt und verhaftet, viele von ihnen erhielten Haftstrafen oder wurden weiteren Repressionen ausgesetzt.

Bis heute ist der 20. Juli ein herausragendes Symbol für moralische Verantwortung angesichts des millionenfachen Leids, das das NS-Regime über Europa brachte. „Der Gedenktag erinnert uns daran, welch hohen Preis die Widerstandskämpferinnen und -kämpfer gezahlt haben“, sagt Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer anlässlich des 82. Jahrestages. „Viele von ihnen verloren ihr Leben, weil sie sich gegen die nationalsozialistische Diktatur stellten und sich für Freiheit und Menschlichkeit einsetzten“, so Weimer.
 

Was geschah am 20. Juli 1944?
Die Widerstandsgruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg und weitere zivile und militärische Oppositionelle planten, Adolf Hitler durch einen Sprengstoffanschlag zu töten und das NS-Regime zu stürzen. Als Stabschef des Befehlshabers des Ersatzheeres hatte Stauffenberg Zugang zu Lagebesprechungen im „Führerhauptquartier Wolfsschanze“ in Ostpreußen. Dort platzierte er am 20. Juli 1944 eine Bombe. Die Explosion tötete vier der 24 Anwesenden, Adolf Hitler überlebte leicht verletzt; der Umsturzversuch scheiterte.

Der 20. Juli im historischen Gedächtnis

Die Erinnerung an den Widerstand vom 20. Juli 1944 hat sich nach 1945 gewandelt. Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurden die Beteiligten zunächst nicht offiziell rehabilitiert. Erst in den 1950er-Jahren setzte eine grundlegende Neubewertung ein: Bundespräsident Theodor Heuss hielt zum 10. Jahrestag des gescheiterten Attentats erstmals eine „Gedenkrede für die Opfer des 20. Juli 1944“. 

„Die Menschen, die sich gegen die nationalsozialistische Diktatur zur Wehr setzten und denen wir am 20. Juli gedenken, zeigen uns, dass es möglich war, die Beteiligung an einer Diktatur und ihren Verbrechen zu verweigern“, würdigt Staatsminister Weimer die Widerstandskämpfer. „Ihr Mut und ihre Entschlossenheit mahnen uns bis heute.“

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

„Ihre Geschichte lehrt uns, antidemokratischen Bewegungen entschlossen entgegenzutreten und unsere Demokratie mit aller Kraft zu schützen und zu verteidigen“, erklärt Weimer. Um die Erinnerung an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu bewahren, fördert der Bund gemeinsam mit dem Land Berlin die Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand im Berliner Bendlerblock.

Dort, wo Claus Schenk Graf von Stauffenberg sein Dienstzimmer hatte, der Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 vorbereitet wurde und er nach dessen Scheitern erschossen wurde, erinnert die Gedenkstätte heute mit ihrer Dauerausstellung an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus in seiner gesamten sozialen Breite und weltanschaulichen Vielfalt.

Zur Stiftung gehören außerdem die Gedenkstätte Stille Helden, das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt sowie die Gedenkstätte Plötzensee. Dort wurden zwischen dem 8. August 1944 und dem 9. April 1945 89 Menschen ermordet, die den Widerstandskreisen des 20. Juli 1944 zugerechnet werden können oder diese unterstützt haben.

Weitere Informationen zu den geförderten Einrichtungen und Projekten finden Sie auf der Themenseite „Aufarbeitung der NS-Gewaltherrschaft“.

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