Rennen um die Bären ist eröffnet

Auftakt der 76. Berlinale

Mit einer Gala am Potsdamer Platz sind am 12. Februar die Internationalen Filmfestspiele Berlin gestartet. Zum 76. Mal lädt die Berlinale Filmbegeisterte, Fachpublikum und Stars in die deutsche Hauptstadt ein. 277 Filme aus aller Welt sind beim größten Publikumsfilmfest zu entdecken.

Jacqueline Lyanga, Michael Stütz, Sean Baker, Michelle Yeoh, Tricia Tuttle, Désirée Nosbusch, Wim Wenders, Min Bahadur Bham, Bae Doona, Reinaldo Marcus Green, Ewa Puszczyńska, HIKARI und Shivendra Singh Dungarpur

Feierlicher Startschuss im Berlinale-Palast: Die 76. Internationalen Filmfestspiele haben begonnen

Quelle: Richard Hübner / Berlinale 2026

Mit ihrem Eröffnungsfilm setzt die Berlinale in diesem Jahr auch ein politisches Zeichen. Die Komödie „No Good Men“ der preisgekrönten Regisseurin Shahrbanoo Sadat spielt in Afghanistan kurz vor der Machtübernahme der Taliban. Sie erzählt die Geschichte der einzigen Kamerafrau Kabuls, die überzeugt ist, in Afghanistan gebe es keine guten Männer. Gedreht wurde die internationale Koproduktion an verschiedenen Schauplätzen in Deutschland. 

Wie wichtig die Filmkunst als fantasievoller Umgang mit einer herausfordernden Realität ist, unterstrich auch der Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer zum Auftakt des Filmfestivals. 

Starke Präsenz des deutschen Films im Wettbewerb

Insgesamt 277 Filme aus der ganzen Welt sind auf der 76. Berlinale zu sehen. 51 der Festivalbeiträge stammen aus Deutschland oder wurden mit deutscher Beteiligung produziert. 

Besonders erfreulich sei die starke Präsenz des deutschen Films im Wettbewerb, erklärte Staatsminister Weimer. Mit İlker Çataks „Gelbe Briefe“, Angela Schanelecs „Meine Frau weint“ und Eva Trobischs „Etwas ganz Besonderes“ sind drei Wettbewerbsbeiträge aus Deutschland, zwei weitere entstanden mit deutscher Beteiligung. Vier der Filme wurden von BKM mitfinanziert. „Wir sehen daran einmal mehr, wie relevant, mutig und international anschlussfähig der deutsche Film sein kann“, betonte der Staatsminister. Genau darin lägen Motor und Antrieb hinter der Filmförderreform der Bundesregierung, „die wir nun gemeinsam erfolgreich zum Abschluss bringen“. 

Welche der 22 Wettbewerbsbeiträge sich über einen Goldenen oder die Silbernen Bären freuen können, wird die Internationale Jury unter Vorsitz von Wim Wenders bei der Preisverleihung am 21. Februar 2026 verkünden.

Ehrenbär für Michelle Yeoh

Wie bereits im vergangenen Jahr wurde während der Eröffnung der Ehrenbär verliehen. Er ging an die asiatische Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Michelle Yeoh, die das Publikum mit Filmen wie „Tiger & Dragon“ und „Everything Everywhere All at Once“ für sich begeistert hat. Der US-amerikanische Regisseur Sean Baker hielt die Laudatio.

Größtes Publikumsfilmfest der Welt

Den besonderen Charakter der Berlinale als größtes Publikumsfilmfest der Welt und Ort der Begegnung von Filmfans und Filmemachern, hob Jury-Präsident Wim Wenders bei der Eröffnungsfeier hervor. Durch die besondere Nahbarkeit während des Festivals habe er dort einige seiner Helden persönlich treffen können, so die Regielegende. Auch zur 76. Festivalausgabe werden zahlreiche internationale Stars erwartet, darunter Ethan Hawke, Pamela Anderson sowie die beiden französischen Film-Ikonen Juliette Binoche und Isabelle Huppert. 

Jedes Jahr besuchen rund 500.000 Kinofans und Filmschaffende die Berlinale. Um junge Erwachsene noch gezielter anzusprechen, hat das Festival in diesem Jahr ein neues Angebot eingeführt: das Cine25-Ticket. 18- bis 25‑Jährige können damit zu einem stark reduzierten Preis Tickets erwerben. Das Kontingent ist begrenzt, eine Registrierung ist erforderlich. Weitere Informationen finden Sie unter www.berlinale.de

EFM – Marokko im Fokus

Zeitgleich zum Publikumsfilmfest Berlinale findet in der Hauptstadt der European Film Market statt, einer der weltweit bedeutendsten Film- und Contentmärkte und zugleich das Auftakttreffen der audiovisuellen Branche zum Jahresbeginn. Als lebendiger Marktplatz bringt der EFM wichtige Fachleute zusammen, um Filme, Serien, Dokumentationen und andere audiovisuelle Inhalte zu kaufen, zu verkaufen und zu lizenzieren. In diesem Jahr ist Marokko „Country in Focus“ und präsentiert dort die verschiedenen Facetten seiner Filmindustrie. Der EFM läuft noch bis zum 18. Februar 2026.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien unterstützt die Berlinale institutionell – 2026 mit einer regulären Fördersumme von 10,9 Millionen Euro. Hinzu kommt in diesem Jahr einmalig 1 Million Euro. Darüber hinaus fördert BKM die Berlinale Talents mit 210.000 Euro aus Mitteln der kulturellen Filmförderung. 

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