Zum Tod von Hermann Höllenreiner erklärt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer:
„Die Lebensgeschichte von Hermann Höllenreiner steht stellvertretend für das unermessliche Leid, das den Sinti und Roma unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zugefügt wurde und in der deutschen Erinnerungskultur lange zu wenig Beachtung fand. Als Neunjähriger wurde er mit seiner Familie nach Auschwitz deportiert. Im Januar 1945 gelang ihm als Elfjährigem die Flucht von einem der sogenannten Todesmärsche.
Als Zeitzeuge setzte er sich unermüdlich dafür ein, die Verbrechen des Nationalsozialismus insbesondere jungen Menschen nahezubringen und das Leid der Sinti und Roma im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Für dieses Engagement wurde ihm 2013 das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Sein Leben und Wirken mahnen uns, die Erinnerung an den Porajmos, den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma, wachzuhalten und den Opfern einen festen Platz in unserem historischen Gedächtnis zu geben. Sein Vermächtnis verpflichtet uns, Antiziganismus und jeder Form von Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten, die Würde jedes Menschen zu schützen und dafür einzustehen, dass sich solches Unrecht niemals wiederholt.
Mein tief empfundenes Mitgefühl gilt seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden.“