Die Künstlerin, Autorin und Performerin Gabriele Stötzer wird mit dem Johanna und Eduard Arnhold-Stipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo ausgezeichnet.
Dazu erklärt Staatsminister Weimer: „Mit der Auszeichnung von Gabriele Stötzer würdigt die Jury eine Künstlerin, die eindrucksvoll zeigt, wie Freiheit auch unter Druck bestehen und gesellschaftlich wirksam werden kann. Ihr herausragendes Werk steht für Freiheit, demokratische Selbstbehauptung und zivilgesellschaftliche Verantwortung.“
Gabriele Stötzer zählt zu den prägenden Persönlichkeiten des unabhängigen künstlerischen Schaffens in der DDR. Sie entwickelt Ausdrucksformen, in denen Körper, Sprache, Erinnerung und Widerstand eng miteinander verbunden sind. Ihre Kunst gilt als ein vielstimmiges, experimentelles und feministisches Gesamtwerk, das Fragen von Selbstbestimmung, Verletzlichkeit, Gemeinschaft und öffentlicher Stimme immer wieder neu verhandelt. Angesichts autoritärer Tendenzen, wachsender Geschichtsvergessenheit und erneuter Angriffe auf demokratische Institutionen besitzt ihr Werk eine hohe gesellschaftliche und politische Aktualität.
Kulturstaatsminister Weimer hat das Johanna und Eduard Arnhold-Stipendium im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. Benannt nach der bedeutenden jüdischen Gründer- und Stifterfamilie Johanna und Eduard Arnhold würdigt es internationale Künstlerpersönlichkeiten, deren Arbeit auf besonders eindrückliche Weise demokratische Werte und die Bedeutung von Freiheit thematisiert.
Das Johanna und Eduard Arnhold-Stipendium der Deutschen Akademie Rom ist wie der Rompreis mit einem bis zu zehnmonatigem Aufenthalt in der Villa Massimo und der Einbindung in die künstlerische Veranstaltungs- und Programmarbeit in Rom verbunden.
Die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo nahm 1913 ihre Tätigkeit auf. Sie befindet sich im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland und wird vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien getragen. Sie ist die bedeutendste Einrichtung zur Spitzenförderung deutscher und im Deutschland lebender und wirkender Künstlerinnen und Künstler im Ausland. Der Rompreis gehört zu den höchsten Auszeichnungen, die die Bundesrepublik Deutschland an Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen der bildenden Kunst, Musikkomposition, Architektur und Literatur jährlich vergibt.
Die Auswahl der Künstlerinnen und Künstler für das Johanna und Eduard Arnhold-Stipendium erfolgt durch eine unabhängige Jury. Mitglieder der Jury in diesem Jahr waren Hilke Wagner (Direktorin des Albertinums der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden), Bjørn Melhus (Bildender Künstler und Rompreisträger 2023/24) und Dr. Julia Draganović (Direktorin der Deutschen Akademie Rom).