Der diesjährige Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht an den Historiker und Osteuropa-Experten Karl Schlögel. Die feierliche Preisverleihung findet um 11:00 Uhr in der Frankfurter Paulskirche statt.
Dazu erklärt Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer: „Mit Karl Schlögel wird ein herausragender Historiker und Intellektueller ausgezeichnet. Er hat mit seinen vielfach prämierten Arbeiten über die Geschichte Osteuropas entscheidend zur europäischen Verständigung beigetragen. Wie kaum ein anderer hat er den Blick Europas nach Osten geöffnet, mit wissenschaftlicher Brillanz, erzählerischer Kraft und moralischer Klarheit. Seine Werke machen Geschichte lesbar und begreifbar. Damit hat er den Diskurs weit über Deutschland hinaus bereichert. Karl Schlögel ist eine exzellente Wahl als Träger des Friedenspreises.“
Staatsminister Weimer, der auf der Frankfurter Buchmesse auch den ukrainischen Länderstand eröffnet hatte, ordnete die Auszeichnung in die aktuelle politische Lage ein: „Karl Schlögel hat schon sehr früh und klar auf das völkerrechtswidrige und aggressive Expansionsstreben des russischen Präsidenten hingewiesen. Er hat immer betont: Ohne eine freie Ukraine gibt es keinen Frieden in Europa. Mit seiner Expertise hat er sich in den vergangenen Jahren klar für die Unterstützung der Ukraine ausgesprochen. Dass seine Stimme durch die Auszeichnung mit dem Friedenspreis nun noch stärker gehört wird, ist ein Gewinn für unser Land und für Europa.“
Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wird seit 1950 verliehen und zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen des deutschen Kulturlebens.