Der heute unterzeichnete Hauptstadtfinanzierungsvertrag zwischen Bund und Land Berlin enthält weitreichende Regelungen zu den bundesseitigen Kulturförderungen in der Hauptstadt. Der Fokus liegt dabei auf bundesweit bedeutsamen Exzellenzprojekten und -einrichtungen, vor allem im Musik- und Museumsbereich.
Dafür sollen vom Bund - stufenweise aufsteigend - zusätzlich insgesamt bis zu 12,2 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus beteiligt sich der Bund mit bis zu insgesamt 225 Millionen Euro an der Sanierung der Berliner Philharmonie. Das Land Berlin beteiligt sich erstmals am Hauptstadtkulturfonds.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sagte: „Mit dem neuen, auf zehn Jahre geschlossenen Hauptstadtfinanzierungsvertrag stellt sich der Bund verlässlich hinter die Hauptstadtkultur und leitet auch notwendige Strukturveränderungen ein. Dabei nehmen wir noch stärker jene kulturellen Juwelen in den Blick, die weit über Berlin hinaus leuchten und vielfach auch Deutschland in der Welt repräsentieren.“
Der Hauptstadtfinanzierungsvertrag sieht folgende Anpassungen vor:
Staatsminister Weimer zu den Anpassungen: „Wir lassen die Berliner Philharmoniker als Orchester von Weltrang noch intensiver erstrahlen und beteiligen uns in erheblichem Umfang an der Sanierung der weltberühmten Heimstadt dieses Orchesters. Wir investieren in die nationale und internationale Exzellenz der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Maestro Thielemann. Außerdem etablieren wir eine Kooperation der Staatskapelle mit der Barenboim-Said Akademie mit dem Ziel der Exzellenzförderung und Völkerverständigung. Ganz besonders freue ich mich, dass es dem Bund zukünftig möglich sein wird, auch in der Hauptstadt das Bauhaus-Erbe in seiner nationalen und internationalen Bedeutung zu würdigen und somit das Bauhaus-Archiv – Museum für Gestaltung noch sichtbarer zu machen. Damit stehen wir mit Stolz zu unserem Bauhaus und schützen seine Errungenschaften gegen rechte Anfeindungen nun auch in Berlin. Besonders erfreulich ist, dass wir zukünftig für ein angemessenes Informationsangebot am auch international bekannten historischen Ort am Checkpoint Charlie sorgen können. Ein besonderes Signal ist für mich auch die künftige gemeinsame Verantwortung von Bund und Land für den Hauptstadtkulturfonds. An der freien Szene wird nicht gespart.“
Mit dem Hauptstadtfinanzierungsvertrag werden hauptstadtbedingte Mehraufwendungen des Landes Berlin für innere Sicherheit und Infrastruktur durch den Bund abgegolten sowie Regelungen für die Hauptstadtkultur getroffen. Der neue Vertrag umfasst den Zeitraum von 2028 bis 2038; die genannten Aufwüchse stehen unter dem Vorbehalt zukünftiger Haushaltsaufstellungsverfahren.
Die Unterzeichnung fand im Bundesministerium der Finanzen statt. Der Bund wurde vertreten durch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sowie Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer. Das Land Berlin wurde vertreten durch den Regierenden Bürgermeister, Kai Wegner, sowie den Bürgermeister und Senator für Finanzen (auch zuständig für den Geschäftsbereich Kultur und Gesellschaftlicher Zusammenhalt), Stefan Evers, und die Senatorin für Inneres und Sport, Iris Spranger.