Ausstellungseröffnung im Haus der Geschichte

Rede

Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer hat die neu konzipierte und neu gestaltete Dauerausstellung „Du bist Teil der Geschichte. Deutschland seit 1945“ im Haus der Geschichte in Bonn mit einer Festansprache eröffnet. Vorab besichtigte er die Ausstellung bei einem Rundgang. Sie sei ein Meilenstein moderner Erinnerungskultur: Klar in ihrer historischen Verortung, mutig in ihrer ästhetischen Sprache und offen für die Dialoge unserer Zeit, so der Staatsminister.

Staatsminister hält am Rednerpult auf der Bühne eine Festansprache.

Weimer: „Ich kann jedem Bürger nur raten, sich die neue Dauerausstellung unbedingt anzuschauen.“

Quelle: Jennifer Zumbusch

– Es gilt das gesprochene Wort –

„Es ist wirklich ein Tag der Freude. Und deswegen danke ich den Rheinländern, dass sie auch den Himmel aufgetan haben und in diesem Moment die Sonne scheinen lassen. Denn das passt zu dem, was wir hier zu würdigen haben. Ich habe mir die Ausstellung schon ansehen können und bin begeistert. Sie erwartet etwas Großartiges. Und deswegen kann ich schon jetzt alle Bürgerinnen und Bürger unseres Landes auffordern: Kommen Sie nach Bonn in diese Ausstellung! Machen Sie diesen faszinierenden Gang durch unsere neuere Geschichte, es lohnt sich.

Es ist nämlich unser aller gemeinsame Geschichte; es ist die – alles in allem – geglückte Geschichte unserer Demokratie! Und in diese neue Ausstellung wird man nicht nur spannend hineingezogen, das hat man, glaube ich, an den Bildern schon gemerkt, mit welcher Temperatur hier gearbeitet wird. Sondern das Konzept sagt ja auch, dass die Ausstellung sich gewissermaßen in den Besucher selbst hineinzieht mit diesen wunderbaren interaktiven Elementen.

Und wenn man gleich zu Beginn sagen kann, dass hier etwas Wichtiges gelungen ist für unser Selbstbild, dann lassen Sie uns auch gleich zu Beginn denen applaudieren, die in jahrelanger Neugestaltung mit leidenschaftlichem Einsatz dieses Bild, dieses bunte und zugängliche, dieses reflektierte, aber eben auch nicht überfrachtete, dieses lebendige, aber nicht unkritische Bild von uns selbst hier vor uns hingestellt haben:

Danke an den Präsidenten und an diese wunderbaren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Man merkt, wenn man durch die Ausstellung geht und mit den Kollegen spricht: Hier sind nicht nur trockene Archivare am Werk, hier sind nicht nur ernste Wissenschaftler am Werk – das auch, hier wird Tiefbohrung gemacht, aber es gibt ein lustvolles Element in der Begegnung mit dem Gegenstand. Der jüngste Gegenstand ist gerade erst vor einer Woche von einer Demonstration mitgebracht worden. Das spürt man, diesen Geist der Leidenschaft bei dem Thema, das ist etwas Besonderes, Herr Biermann, da möchte ich auch Ihnen persönlich ausdrücklich danken dafür.

Der Dank geht auch an das Kuratorium unter dem Vorsitz von Maria Bering, an die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung unter dem Vorsitz von Professor Scholtyseck und an den Arbeitskreis der gesellschaftlichen Gruppen unter dem Vorsitz von Regine Möbius.

Vielen Dank für diesen Dienst an unserem Land!

Unser Land, wenn man das so sagt, unser Land – dann ist das ist eine der Erkenntnisse, die man von dieser Ausstellung mitnimmt. Es gibt nämlich ein unser. Hier wird es sicht- und fühlbar. Die Geschichte unseres Landes, unserer Demokratie, unserer Bundesrepublik Deutschland. Sie bekommt hier mehr als Faktizität und Ligatur, sie bekommt hier gewissermaßen Körperlichkeit und Seele.

Man hat diese nahe vergangene Geschichte zu Beginn der Bundesrepublik ‚Zeitgeschichte‘ genannt. Der Historiker Hans Rothfels hat 1953 diese ‚Zeitgeschichte‘ als ‚Epoche der Mitlebenden und ihre wissenschaftliche Behandlung‘ definiert.

Es gab damals, es gibt weiterhin, Diskussionen um diese Möglichkeit Zeitgeschichte überhaupt zu handhaben. Nähe und Vertrautheit sind da ein Vorteil, keine Frage – aber sie können auch zur Quelle von Fehlurteilen, auch von Politisierungen aus fehlendem Abstand werden.

Das Besondere an dieser Ausstellung ist, dass wir alle Zeitzeugen sind, sie also eine besondere Nähe und Authentizität erzeugt.

Ich zum Beispiel bin 1964 geboren, stärkster Geburtenjahrgang der Republik, eine typischer Baby Boomer. Für uns ist diese Bundesrepublik ein biografisches Gesamtgehäuse, wir kennen nichts anderes. Und wenn man als Boomer diese Ausstellung besucht, dann fühlt sie sich an wie ein faszinierendes Familienalbum und Tagebuch.

Erst dachte ich, okay, das ist ein Boomer-Selbstgefühl. Doch eigentlich gilt das ja für alle, die hierherkommen. Denn 80 Jahre Rückblick bedeutet auch, dass die meisten, die kommen, eben Kinder dieser Republik sind, in der ein oder anderen Weise. Suchende Kinder womöglich. Denn das Suchen ist ja Teil unseres tief-kollektiven Unterbewusstseins, jenes Faustisch-Ewige an uns Deutschen, aber das Suchen nach dem Wesen dieser Bundesrepublik eben auch.

Von Edgar Wolfrum stammt die Umschreibung unserer Republik als ‚große Suchbewegung‘. Heinrich August Winkler hat unsere Genese als große Verwestlichungsgeschichte beschrieben, Axel Schildt hat dann der Republik die „Ankunft im Westen‘ beschieden. Mancher Historiker beschreibt die 80 Jahre als große Modernisierungsgeschichte der Liberalisierung und Pluralisierung, andere als soziale Emanzipationsgeschichte mit Konflikten. Die Wiedervereinigung wird als großer Markstein als friedliche Revolution und Selbstwerdung der nicht nur geteilten, sondern zerrissenen, verwundeten Nation beschrieben und soziale Verwerfungen auch kritisch hinterfragt.

Doch über unsere Bundesrepublik, egal aus welcher politischen Perspektive man sie betrachtet, lag immer etwas von einer ‚Demokratie auf Bewährung“. Karl Dietrich Bracher beschrieb in der ersten umfassenden Synthese der Geschichte unserer Republik das Land zwar als ein ‚leistungs- und wandlungsfähiges, stabiles und offenes Gemeinwesen‘, er warnte aber im Fortgang immer wieder vor einer Rückkehr ‚Weimarer Verhältnisse‘.

Und dieses Selbstgefühl, das wir eine ‚Republik auf Bewährung‘ sind, das war tief. Und das war natürlich direkte Folge unseres historischen Traumas und dass wir aus dem innersten Schrei unserer Moral  gehalten sind, uns dem zu stellen, was auf unserem Boden geschehen ist, was in unserer Mitte vorbereitet und durchgeführt worden ist: die Gräuel der Shoa, die massenhafte Ermordung von Jüdinnen und Juden, aber auch von Homosexuellen, von Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen, von Sinti und Roma, von politischen Gegnern des Nationalsozialismus.

Das aufrichtige Annehmen dieser Schuld und Verantwortung für Opfer und Erinnerung gehört zu den schwierigsten inneren Konflikten der Bundesrepublik, aber auch zu ihrer besten Integrität.

Doch auch viele andere Voraussetzungen fürs Bewähren waren anfangs denkbar schlecht. Das hungernde Trümmerland der späten Vierziger begann mit einem Generalstreik im November 1948 seine Orientierung in die neue Zeit tastend zu suchen.
Mit riesigen Schulden: Vorkriegs-, Kriegs- und Nachkriegsschulden. Mit tiefen Traumata der Überlebenden und Versehrten.

12 Millionen Heimatvertriebene aus dem Osten, mit so gut wie nichts an Hab und Gut, in Notunterkünften untergebracht. Sie lebten in neuen Umgebungen, wo sie oft stille Ablehnung, aber auch offene Feindseligkeit erleben mussten. Und das in einem ausgebombten Land.

Die Westbindung war heftig umstritten – der SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher hat Adenauer den „Bundeskanzler der Alliierten“ genannt. Aber diese Entscheidung hat sich historisch als richtig herausgestellt. Und diese Entscheidung gilt noch immer. Wir müssen sie – als Bindung an Werte – verteidigen, wenn wir das Land bleiben wollen, das wir sind.

Über Jahre gab es heftige Debatten um die Wiederbewaffnung, die dann 1955 mit der Bundeswehr kam. Millionen haben damals dagegen demonstriert. Artikel in jenen Jahren wie die der jungen ZEIT-Redakteurin – das war sie damals – Marion Gräfin Dönhoff waren mutig: „Kasernen, die der Freiheit dienen“ – so hieß einer dieser Texte. Sie können uns heute wieder helfen.

Debatten gab es zugleich um den NATO-Beitritt im selben Jahr 1955. Genau 70 Jahre später standen jetzt im Juni in Den Haag beim NATO-Gipfel Entscheidungen an, die an Tragweite vergleichbar waren. Wir hatten die Aufgabe, mit unserer Bereitschaft zur Verantwortung diese NATO zusammenzuhalten und im Grunde zu retten. Wir können dankbar sein, dass das für Deutschland, für Europa, für Frieden und Freiheit gelungen ist.

Doch damals folgte erst einmal ab 1958 die zweite Berlinkrise mit ihrem erschütternden Höhepunkt des Mauerbaus im August 1961 – und mit dem wirklichen Risiko eines Atomkrieges in diesen Jahren.

Deshalb, aus großen Ängsten heraus, nahmen seit den 1960er Jahren die Ostermärsche, Friedensdemonstrationen und Anti-Atom-Demonstrationen stetig zu.

Dann der Terror der ‚Rote-Armee-Fraktion‘, mit vielen Toten, mit erschütterndem Leid der Ermordeten und ihrer Angehörigen. Mit fürchterlich schwierigen Entscheidungen, die der Staat, die der Bundeskanzler, Helmut Schmidt, zu treffen hatten.

Und wiederum zugleich die erbitterten Auseinandersetzungen um die NATO-Nachrüstung, hier nebenan waren 300.000 Menschen, am 10. Oktober 1981, auf der Hofgartenwiese, die bis dahin größte Demonstration in der Geschichte der Bundesrepublik. Heinrich Böll hielt die Hauptrede, Harry Belafonte sang.

Es gab also immer wieder in der Geschichte unserer Bundesrepublik Herausforderungen und Erschütterungen, die die Mitlebenden als aufwühlend und unerhört erlebten – und die das Land dennoch gemeistert hat.

Das ist vielleicht vor allem schönste Erfahrung, die man hier aus Bonn mitnehmen kann, wenn man durch die Ausstellung geht:

Dass wir die Dinge am Ende auch nach schwierigen Konflikten immer ziemlich gut bewältigt haben.

Ja wir sind eine ‚geglückte Demokratie‘.

Mehr noch, diese Bundesrepublik ist nicht nur eine ‚geglückte Demokratie‘, sie hat sich auch in einem ganz ernsten Sinne ‚bewährt‘, sie ist jetzt keine ‚Demokratie auf Bewährung‘ mehr, sie ist eine ‚bewährte Demokratie‘. Und das sollte uns Mut machen, auch die aktuellen Probleme zu bewältigen und uns vor allen Dingen keinem Autoritarismus hinzugeben.

Denn mit dieser Ausstellung wird auch die schiere Dimension unserer demokratischen Zeitgeschichte sichtbar. 80 Jahre Frieden hat es in der deutschen Geschichte selten, wenn nicht noch nie gegeben. Die letzten Etappen, 12 Jahre Nationalsozialismus, 15 Jahre Weimarer Republik, 47 Jahre Kaiserreich, 23 Jahre Reaktionsära, 33 Jahre Vormärz und so weiter. Man muss sehr weit in die Geschichte zurückgehen, bevor man 80 Jahre Stabilität und Frieden findet, von Demokratie ganz zu schweigen.

Und in diesen 80 Jahren haben wir uns am Ende aller Debatten und Selbstzweifel, haben wir uns als Bundesrepublik, als freiheitliches Land, nie verloren – sondern uns als Land immer neu gewonnen: in Gefahren von außen – wir erinnern uns an den ‚Kalten Krieg‘, in Diskussionen von innen, in generationsbedingten Konflikten aber auch in gefährlichen Momenten von Gewalt und Terror.

Aber das Gespräch der Gesellschaft mit sich selbst, und das bildet diese Ausstellung so wunderbar ab, diese offene, innere Dialogfähigkeit: Das war der Weg, der uns vorangebracht hat. Und das ist auch der Weg, der uns heute voranbringt.

Generationen, Menschen, Ideen sind so in diesem Land auf besondere Weise integriert worden: Wir haben Demokratie, Rechtsstaat, Meinungsfreiheit wirklich gelernt und verinnerlicht.

Es waren Jahrzehnte nicht einfach des Glücks, der Harmonie und des Friedens – aber es waren Jahrzehnte, in denen Freiheit, Frieden, Sicherheit und Wohlstand in teils heftigen Debatten und auch in tiefen Krisen geschaffen, erhalten und gemehrt werden konnten. Und zwar in einer auch vielstimmigen und interessenpolitisch zerklüfteten Gesellschaft.

Nun macht es aber eben unser Land heute auch aus, dass sich nicht alles in dieser Geschichte für alle gleich erzählen lässt. Die Erfahrungen der Bürgerinnen und Bürger, die 40 Jahre in dem anderen deutschen Staat gelebt haben, sind bis ans Ende der 80er Jahre – und auch vielfach darüber hinaus – andere gewesen.

Dem trägt diese Ausstellung hier in Bonn Rechnung – auf kluge, sinnlich erlebbare, aber in der Grundfrage ‚Demokratie versus Diktatur‘ auch sehr klare Weise.

Momente wie der Aufstand in der DDR vom 17. Juni 1953 gegen die SED-Herrschaft; oder der Mauerbau aus ostdeutscher Perspektive; oder die Monate, als in der DDR 1968, vor allem unter jungen Menschen, jene Hoffnung wuchs, die sich mit dem demokratischen Wandel des Prager Frühlings verband; die Vorgeschichte und Geschichte der friedlichen Revolution 1989, das Aufbegehren gegen die Unfreiheit: es ist ein Schatz in unserer deutschen Demokratiegeschichte; was uns die Ostdeutschen mit dieser friedlichen und ungemein erfolgreichen Revolution beschert haben ist die beste Revolution, die Deutschland je zustande gebracht hat – und die recht eigentlich unsere Demokratie erst vollendet und vertieft hat.

All das wird in dieser Ausstellung greifbar, und damit begreifbar.

Ich will aber nach Sichten dieser Ausstellung auch sagen: Ich glaube, wir dürfen heute von uns selbst verlangen, dass wir heutigen Deutschen diese Geschichte seit 1945 insgesamt als unsere Geschichte zu verstehen suchen.

Und da schließe ich ausdrücklich – als Aufforderung und als Einladung – diejenigen in unserem Land ein, die nur einen Teil ihres Lebens als Deutsche verbracht haben oder gerade erst dazugekommen sind. Die Integrationsgeschichte ist Teil des Bewährten in unserem Land, seine Weltoffenheit ist ein Schatz und eine Kraftquelle zugleich.

Heute haben wir festzustellen: Auch die Jahrzehnte nach Mauerfall und Wiedervereinigung haben harte Veränderungen und krisenhafte Entwicklungen gesehen.

Von der internationalen Finanzkrise bis zum Atom- und Kohleausstieg, von neuem Terrorismus über die Klimapolitik bis zur Migrationskrise. Eine Pandemie, die Deutschland wahrscheinlich tiefer verunsichert hat, als uns das lieb sein kann.

Schließlich seit fast vier Jahren ein Krieg vor der Haustür. Ein Krieg, der uns lehrt, dass wir uns wieder verteidigen können müssen. Dass wir uns wappnen müssen für schwierigere Zeiten, in denen wir dem Egoismus und der Skrupellosigkeit anderer nicht naiv und hilflos gegenüberstehen dürfen.

Wir sehen heute, dass es nach 1989 – in gewissem Sinne leider – nicht zu einem Ende der Geschichte gekommen ist. Es haben nicht Demokratie, Recht, Freiheit und Marktwirtschaft, ein für alle Mal und überall in der Welt, gesiegt.

Es gibt am Ende der Ausstellung eine Weltkarte, die zeigt, wo die Demokratie noch überall zu Hause ist und wie stark sie verankert ist. Und diese Weltkarte wird sich verdunkeln, sie verdunkelt sich seit mehreren Jahren. Immer mehr Länder verlieren wir in den Autoritarismus.

Ein neuer Autoritarismus fordert uns aggressiv heraus. Man will heute, jeden Tag, unsere Gesellschaft und Europa in die Knie zwingen. Man will uns spalten, uns verunsichern, uns klein machen, damit wir kein Gewicht mehr haben in der Welt.

Aber auch von innen werden Freiheit und Recht und Regeln in Frage gestellt.

Wie gehen wir damit um? Akzeptieren wir, dass hier eine Weltordnung nach gemeinsamen Regeln zerbricht und eine innere Ordnung der liberalen Demokratie zersetzt wird? Versuchen wir diese Ordnung, soweit es geht, zu bewahren, wie wir sie kennen? Oder fallen wir ins 19. Jahrhundert zurück?

Die Antwort kann nur lauten: Nein, wir akzeptieren das nicht. Und Ja, wir versuchen, die regelbasierte Ordnung zu bewahren, nach außen wie nach innen – und über alle ökonomischen Zwänge hinaus.

Dafür bietet diese Ausstellung eine besondere Facette. Denn sie weitet den Blick auf diese, unsere nunmehr bewährte Republik. Wir sind nicht mehr nur die Wirtschaftswunderrepublik ohne politische Eigenschaften.

Kritische Beobachter sahen lange Jahre den wahren Identitätskern der Bundesrepublik in der Ökonomie. Michel Foucault hatte die westdeutsche Demokratie einst als einen »radikal ökonomischen Staat« erklärt, weil für dessen Legitimität im Wesentlichen die Wirtschaft sorge.

Harold James in den Schlussbetrachtungen zu seinem Buch A German Identity, dass die Republik eine ernste ökonomische Krise wohl nicht überstehen würde,

Ludolf Herbst notierte nüchtern: ‚Die Staatsräson der Bundesrepublik ist der wirtschaftliche Erfolg.‘

Ja, dieses Element ist eine starke Facette unserer Republik. Aber nicht mehr in dieser Dominanz. Wir sind selbstbewusste Demokraten geworden in diesen 80 Jahren. Auch das spiegelt diese Ausstellung wider.

Und wir sehen in diesem Spiegel eine reiche gemeinsame Geschichte, in dem die Menschen schätzen, was sie erreicht haben.
In dem sie Lust haben, nach vorn zu schauen. Ja, auch zu streiten, aber doch beieinander zu bleiben. In diesem Spiegel sieht man ein Land, für das man sich einsetzt, für das man arbeitet, für das man auch bereit ist, es zu verteidigen.

Ja, die Demokratie ist global unter Attacke, ja auch bei uns schleicht das Gift des neuen Autoritarismus ins Land, sogar in die Parlamente. Aber ja, wir sind überzeugt davon, dass unsere Demokratie so stark geworden ist, dass sie Resilienz zeigt – auch wenn das derzeit von einigen bezweifelt wird.

Warum? Eine Antwort gibt diese Ausstellung: Man muss bereit sein, sich zu ändern, damit man so bleiben kann, wie man ist.

Vielen Dank!“

Cookies