Kulturstaatsminister Wolfram Weimer erinnert an den tragischen Tod von Oskar Brüsewitz vor 50 Jahren. Aus Protest gegen die Kirchen- und Bildungspolitik der DDR hat sich der evangelische Pfarrer am 18. August 1976 vor der Michaeliskirche in Zeitz selbst angezündet.
Kulturstaatsminister Weimer: „Oskar Brüsewitz hat sich gegen die Bevormundung, Ausweglosigkeit und die staatlichen Zwänge der DDR-Diktatur gewehrt. Er setzte mit seiner Selbstverbrennung ein dramatisches Zeichen. Bis heute ist sein Tod Symbol des Protests und der Selbstbehauptung – und dass, obwohl die DDR-Staatssicherheit versuchte, Oskar Brüsewitz als psychisch krank zu verleumden. Für viele Menschen ist er eine wichtige Stimme des Widerstands gegen Rückzug, Anpassung und Schweigen.
Staatminister Weimer fügt hinzu: „Geschichten wie diese müssen wir denen entgegenhalten, die versuchen, die Diktatur der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands in der DDR zu verharmlosen. Menschen wie Oskar Brüsewitz verpflichten uns dazu, die Erinnerung wachzuhalten. Sie haben für die Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung mit dem Leben bezahlt.“
Oskar Brüsewitz, geboren am 30. Mai 1929, war evangelischer Pfarrer in Rippicha in Sachsen-Anhalt. Er stellte sich ebenso offen wie kritisch gegen die Unterdrückung der Kirche sowie die Benachteiligung christlicher Kinder und Jugendlicher in der DDR. Dabei scheute er sich nicht, auch mit radikalem Protest anzuecken.