Anlässlich des Tages der Deutschen Einheit hat Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien, die Wiedervereinigung als einen bewegenden Höhepunkt der deutschen Geschichte gewürdigt. Weimer erinnerte an die Bedeutung des 3. Oktobers und hob die entscheidende Rolle der DDR-Bürgerinnen und Bürger hervor.
„Bis heute steht der 3. Oktober 1990 für den glücklichsten Tag in der deutschen Nachkriegsgeschichte, die Wiedervereinigung in Frieden und Freiheit. Immer häufiger war im Jahr davor der Ruf ‚Wir sind das Volk‘ durch das einende ‚Wir sind ein Volk‘ ergänzt worden. Die Deutsche Einheit konnte nur Wirklichkeit werden dank des Muts und des Strebens der DDR-Bürgerinnen und Bürger nach Freiheit und Demokratie, durch ihre friedliche Revolution.“
Gleichzeitig betonte der Staatsminister, dass auch 35 Jahre nach der Wiedervereinigung Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland bestehen: „Sie sind politisch, wirtschaftlich, mentalitätsgeschichtlich und auch durch persönliche biografische Erfahrungen begründet.“ Umso wichtiger sei es, das Verbindende in den Vordergrund zu stellen – insbesondere „die gemeinsame Liebe zur Freiheit und die gemeinsame Verankerung in einer großen kulturellen Tradition.“
Weimer rief dazu auf, die unterschiedlichen Prägungen in Ost und West nicht als trennend, sondern als bereichernd zu begreifen: „Wir sollten uns unserer gemeinsamen Wurzeln erinnern, aber auch den Prägungen nachspüren, die bei den Bürgerinnen und Bürgern beider deutscher Staaten jeweils charakteristische Spuren hinterlassen haben. Unterschiede müssen nicht trennen: Sie können uns bereichern und zur Reflexion anregen. Für eines möchte ich daher werben: die Neugier aufeinander, das Interesse für die Unterschiede wie für die Gemeinsamkeiten. Einheit gelingt nicht durch Gleichmacherei, sondern durch gegenseitige Anerkennung, Respekt und das Bewusstsein, dass wir zusammengehören.“