Ort des Begreifens und des Dialogs

25 Jahre JMB

Lernen, erinnern, diskutieren: Seit 2001 steht das Jüdische Museum Berlin für die lebendige Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Das 25-jährige Jubiläum bietet Anlass für einen Blick auf seine besondere Rolle in der deutschen Kulturlandschaft.

Außenansicht des Jüdischen Museums Berlin mit Libeskind-Bau und Garten des Exils

Das große Sommerfest zum 25-jährigen Jubiläum des JMB findet am 23. August 2026 im Museumsgarten statt.  

Quelle: Jüdisches Museum Berlin, Foto: Yves Sucksdorff

Ein Vierteljahrhundert nach seiner Eröffnung hat sich das Jüdische Museum Berlin (JMB) als feste Größe in der deutschen Kulturlandschaft etabliert: 15,5 Millionen Besucherinnen und Besucher haben das JMB und seine Kinderwelt ANOHA bislang empfangen, rund 640.000 davon allein im Jahr 2025.

Das Jüdische Museum Berlin sei eine der wichtigsten kulturellen und moralischen Institutionen unseres Landes, erklärte Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer anlässlich des Jubiläums. „Ein Museum, das nicht beruhigt, sondern bewegt. Nicht abgrenzt, sondern öffnet.“

Die Stiftung Jüdisches Museum Berlin gehört zu den institutionell geförderten Einrichtungen der Bundesrepublik Deutschland. Sie wird jährlich mit rund 25 Millionen Euro aus dem Kultur- und Medienetat der Bundesregierung unterstützt. Für das Jubiläumsjahr 2026 wurden zusätzliche Mittel in Höhe von 450.000 Euro zur Verfügung gestellt. Auftrag der Stiftung ist es, jüdisches Leben in Deutschland zu erforschen, zu vermitteln und einen Ort der Begegnung zu schaffen.

Jubiläumsjahr mit vielfältigem Programm

Das 25-jährige Bestehen des Museums wird mit einem umfangreichen und kostenfreien Veranstaltungsprogramm begangen. Auf dem Programm stehen unter anderem Architekturführungen, Familiensonntage, Konzerte wie „Jazz in the Garden“ oder das Sommerfest im Museumsgarten.

Begleitend erscheint die Jubiläumsausgabe des JMB Journals unter dem Titel „Neugierig bleiben!“ Darin geht es auch um die Frage, welche Rolle Museen in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche spielen und wie sie Räume für Austausch und gemeinsames Lernen schaffen können.

Das Jubiläumsprogramm sowie eine digitale Version des JMB Journals finden Sie auf der Website des JMB

Von der Gründung zur Institution

Die Anfangsgeschichte des Museums wurde maßgeblich geprägt durch den Gründungsdirektor W. Michael Blumenthal. Sein Einsatz für die Eigenständigkeit des Hauses war wegweisend für dessen weitere Entwicklung. Mit der Übernahme durch den Bund und der Neugründung als bundesunmittelbare Stiftung im Jahr 2001 erhielt das Museum eine dauerhafte institutionelle Grundlage.

Am 9. September 2001 fand die Eröffnung des JMB mit einem festlichen Konzert unter der Leitung von Daniel Barenboim statt. Bis 2017 präsentierte die erste Dauerausstellung nahezu zwei Jahrtausende jüdischer Geschichte in Deutschland. Nach einer umfassenden Neugestaltung eröffnete 2020 die heutige Dauerausstellung, die jüdische Geschichte und Gegenwart mit neuen Perspektiven und zeitgemäßen Vermittlungsformen erlebbar macht.

Fokus auf Bildungsarbeit

Bis heute legt das Museum, das von Direktorin Hetty Berg geleitet wird, einen Schwerpunkt auf Bildung. Neben Ausstellungen, einem pädagogischen Angebot und digitalen Formaten gehören dazu unter anderem auch die Arbeit der Akademie und der Kinderwelt ANOHA, in der Kinder jüdische Werte spielerisch erleben können.

Architektur mit Symbolkraft

Seine besondere Wirkung entfaltet das Museum auch durch seine außergewöhnliche Architektur. Der Libeskind-Bau, der das historische Barockgebäude ergänzt und unterirdisch mit ihm verbunden ist, gilt als bekanntes Wahrzeichen Berlins. Ergänzt wird das Ensemble durch die gegenüberliegenden Gebäude der W. Michael Blumenthal Akademie und der Kinderwelt ANOHA.

Ebenso wie die Akademie wurde auch der Libeskind-Bau durch den US-amerikanischen Architekten Daniel Libeskind entworfen. Sein Entwurf „Between The Lines“ gewann 1989 den ausgeschriebenen Wettbewerb für den Erweiterungsbau.

Mit seinem markanten Zick-Zack-Grundriss, den sogenannten Voids – vertikale, unklimatisierte Betonschächte im Inneren – sowie den sich kreuzenden Achsen im Untergeschoss wollte Libeskind die Brüche der deutsch-jüdischen Geschichte und den Versuch der Auslöschung erfahrbar machen.

Cookies