Mit dem neu gegründeten Netzwerk „Hambach 2032“ haben Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer und Staatssekretärin Simone Schneider, Vorsitzende des Vorstands der Stiftung Hambacher Schloss, den Auftakt zu den Vorbereitungen des 200. Jubiläums des Hambacher Festes 2032 gegeben. Ziel des Netzwerks ist es, das Hambacher Schloss als einen der bedeutendsten Orte der deutschen Demokratiegeschichte sichtbarer zu machen und als Symbolort demokratischer Teilhabe zu stärken.
Staatssekretärin Simone Schneider, Staatsminister Wolfram Weimer und Oberbürgermeister der Stadt Neustadt a. d. W. Marc Weigel vor dem Hambacher Schloss.
Das Netzwerk „Hambach 2032“ ist am 30. Oktober 2025 auf dem Hambacher Schloss erstmals zu seiner offiziellen Gründung zusammengekommen. Der Zusammenschluss vereinigt rund 60 Akteurinnen und Akteure aus Kultur, Bildung, Wissenschaft, Medien und Politik, um gemeinsame Projekte zur Demokratiebildung und Erinnerungskultur zu entwickeln.
Zu den teilnehmenden Institutionen zählen unter anderem die Bundesstiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Landes- und Bundeszentralen für politische Bildung sowie Mitglieder des Europäischen Parlaments, die eine europäische Perspektive in die Netzwerk-Arbeit einbringen.
Staatsminister Wolfram Weimer betonte vorab die zentrale Rolle des Hambacher Schlosses in der deutschen Demokratiegeschichte: „Demokratien werden vulnerabel, wenn ihre Stärken und Werte nicht verstanden, nicht gelebt, nicht gefühlt werden“, erklärte er. Es brauche deshalb „mehr Sichtbarkeit und mehr Überzeugungskraft bei der Kommunikation demokratischer Werte“. Viele Menschen hätten vergessen oder nie gewusst, „unter welch ungeheuren Anstrengungen unsere Demokratie erkämpft wurde und mit welchen Werten sie uns beschenkt hat: Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Menschenwürde“.
Weimer warnte zugleich vor rechten Vereinnahmungsversuchen. „Seit Jahren versuchen rechtsnationale Kräfte, das Hambacher Schloss als Wirkungs- und Kundgebungsstätte zu nutzen“, so der Staatsminister. „Höchste Zeit also, die ikonischen Orte unserer Demokratie aufzuwerten und sichtbarer zu machen – und sie mit aller Kraft gegen rechte Vereinnahmungen zu schützen.“ Mit der Gründung des „Hambach-Netzwerks“ seien dafür nun „die Weichen gestellt“.
Weimer erinnerte in seiner Ansprache auch an Johann Georg August Wirth, den Mitorganisator des Hambacher Festes von 1832. Wirth, so der Staatsminister, habe für Pressefreiheit und Bürgerrechte gekämpft und ist dafür ins Gefängnis gegangen. Seine Lebensgeschichte stehe exemplarisch für jene Frauen und Männer, die den Weg der deutschen Demokratie bereiteten, deren Namen aber heute vielfach in Vergessenheit geraten seien.
Weimer betonte, dass die positiven Narrative deutscher Demokratiegeschichte stärker erzählt werden müssten: „Wenn wir über Demokratie reden, argumentieren wir häufig wie Technokraten. Uns fehlt die innere emotionale Überzeugungswucht.“ Diese erwächst zum Beispiel aus Orten wie dem Hambacher Schloss.
Das Hambacher Schloss gilt – neben der Frankfurter Paulskirche – als einer der zentralen Erinnerungsorte der deutschen Demokratiebewegung. Hier wurde 1832 erstmals die schwarz-rot-goldene Fahne als Symbol für Freiheit und nationale Einheit gehisst.
Mit Blick auf das 200. Jubiläum des Hambacher Festes im Jahr 2032 will das neue Netzwerk diese historische Bedeutung in die Gegenwart tragen, Demokratiegeschichte sichtbar machen und demokratische Teilhabe lebendig erfahrbar machen. Damit wird zugleich die Rolle des Hambacher Schlosses als Leuchtturm der deutschen Demokratiegeschichte weiter gefestigt.
Das Hambacher Schloss steht symbolisch für die Entstehung der modernen Demokratie in Deutschland. Es wird seit 2002 als öffentlich-rechtliche Landesstiftung geführt und ist ein zentraler Erinnerungsort der freiheitlich-demokratischen Tradition. Die Stiftung Hambacher Schloss wird institutionell vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert. Für 2026 ist eine Erhöhung der Bundesförderung vorgesehen. Weitere Förderer sind das Land Rheinland-Pfalz, der Bezirksverband Pfalz, der Landkreis Bad Dürkheim sowie die Stadt Neustadt an der Weinstraße.