In der Thomaskirche Leipzig wurden zwei bislang unbekannte Werke von Johann Sebastian Bach erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die Vorstellung erfolgte im Rahmen eines Festaktes und bildete den Auftakt der Festtage „75 Jahre Bach-Archiv Leipzig“. Staatsminister Weimer nahm an der Welturaufführung teil.
Der niederländische Organist Ton Koopman interpretierte die beiden Werke in der Thomaskirche.
Bei den beiden neu aufgefundenen Orgelwerken handelt es sich um die erste Entdeckung neuer Bach-Werke seit mehr als 20 Jahren. Zwar waren die beiden Werke dem Direktor des Bach-Archivs schon seit über 30 Jahren bekannt, doch eine eindeutige Zuschreibung als Werke Johann Sebastian Bachs gelang erst jetzt. Die Originalquellen wurden in der Königlichen Bibliothek Belgiens in Brüssel gefunden.
Bereits im Vorfeld der Veranstaltung erklärte Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer: „Johann Sebastian Bach ist heute ein absoluter Weltstar. Seine Musik überbrückt Epochen, verbindet Generationen und bleibt Maßstab wie Kompass.“
Bei seinem Grußwort in der Thomaskirche würdigte Weimer zudem die Arbeit des Bach-Archivs: „Es war das Bach-Archiv hier in Leipzig, diese Schatzkammer unseres musikalischen Erbes, das wieder einmal bewiesen hat, was geduldige Forschung, akribische Arbeit, Liebe zum Detail, aber auch die Liebe zur Musik am Ende möglich gemacht hat. Dafür gebührt allen vielen Dank.“
Bei den jetzt identifizierten Kompositionen handelt sich um die Stücke Ciacona in d und Ciacona in g.
Quelle: Jens Schlueter / Bach-Archiv LeipzigDas Bach-Archiv Leipzig zählt zu den kulturellen Leuchttürmen der Bundesrepublik Deutschland. Es hat die Aufgabe, das musikalische Erbe des Komponisten Johann Sebastian Bach und sein Gesamtwerk zu bewahren, zu fördern und zu vermitteln. Das umfasst unter anderem auch die ständige wissenschaftliche Aufarbeitung sowie Ergänzung und Erweiterung der bestehenden Sammlung.