Mahnung, wachsam zu bleiben

87. Jahrestag der Reichspogromnacht

Zum Jahrestag der „Reichspogromnacht“ erinnerte der Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und rief dazu auf, das Erinnern als bleibenden Auftrag zu verstehen. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden in ganz Deutschland Synagogen in Brand gesetzt, Geschäfte zerstört und jüdische Bürgerinnen und Bürger angegriffen – ein Wendepunkt in der Verfolgungspolitik des NS-Regimes, die schließlich im Menschheitsverbrechen der Shoah mündete.

Das zerstörte Schaufenster eines jüdischen Geschäfts in Berlin nach den antisemitischen Ausschreitungen.

Sichtbares Zeugnis der Novemberpogrome: das zerstörte Schaufenster eines jüdischen Geschäfts in Berlin nach den antisemitischen Ausschreitungen.

Quelle: bpk

Zum Jahrestag der Reichspogromnacht erklärte Wolfram Weimer, dass die Ereignisse vom 9. November 1938 ein monströses Verbrechen darstellten, das bis heute nachwirke. Sie zeigten, wohin Hass und Gleichgültigkeit führen könnten, wenn menschliche Werte verloren gingen. Weimer betonte: „Dass wir uns an diese Nacht erinnern, ist kein Ritual, sondern eine schmerzhafte Mahnung an uns alle, wachsam zu bleiben.“

Während und unmittelbar nach den Ausschreitungen wurden zahlreiche Jüdinnen und Juden ermordet oder misshandelt, über 30.000 Menschen in Konzentrationslager verschleppt. Die Gewalttaten waren zentral von der NS-Führung geplant und wurden in zahlreichen deutschen Städten vor allem von Angehörigen der SA, aber oft auch mit Beteiligung der Bevölkerung ausgeführt.

Einsatz gegen Antisemitismus

Weimer mahnte, den wachsenden Antisemitismus in Deutschland und Europa entschieden zu bekämpfen. „Antisemitismus ist kein Schatten der Vergangenheit, er steht wieder im grellen Licht unserer Gegenwart“, erklärte der Staatsminister. Wenn jüdische Kinder unter Polizeischutz in die Schule gehen müssten, wenn Synagogen bewacht und Davidsterne versteckt würden, dann sei das, so Weimer, „ein Schrei – nicht nur der Angst, sondern an unser Gewissen“. Antisemitismus sei ein Angriff auf alles, was unsere Gesellschaft ausmache: auf Vernunft, Menschlichkeit und Demokratie. „Schweigen schützt nie die Opfer, es schützt immer nur die Täter“, betonte Weimer.

Gedenken als Zeichen des Zusammenhalts

Der Staatsminister rief dazu auf, die Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag der Reichspogromnacht, die in ganz Deutschland stattfinden, als Zeichen des Zusammenhalts zu verstehen. Das Erinnern an die Opfer sei zugleich ein Bekenntnis zu einer offenen, vielfältigen und demokratischen Gesellschaft.

In der Erinnerungskultur Deutschlands nehmen die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Präzedenzlosigkeit des Holocausts eine zentrale Rolle ein. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien fördert deshalb Projekte und Einrichtungen, die an die Opfer erinnern, das historische Bewusstsein stärken und das Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus unterstützen.

Weitere Informationen zu den geförderten Einrichtungen und Projekten finden Sie auf der Themenseite „Aufarbeitung der NS-Gewaltherrschaft“

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