Nach mehrjähriger Sanierung und Erweiterung ist das traditionsreiche MEERESMUSEUM der Stiftung Deutsches Meeresmuseum Stralsund am 29. September 2025 feierlich wiedereröffnet worden. Der Festakt fand am Vormittag in der Kulturkirche St. Jakobi statt – nur wenige Gehminuten vom neugestalteten Museumsbau am Katharinenberg entfernt. Rund 300 geladene Gäste aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Architektur nahmen teil, darunter Bundeskanzlerin a. D. Angela Merkel, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sowie der Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer.
Das Finnwalskelett im Chor des modernisierten Meeresmuseums.
In seiner Festrede würdigte Staatsminister Weimer das Meeresmuseum als einen Ort, an dem sich Natur, Kultur, Wissenschaft und Geschichte auf einzigartige Weise verbinden. Der Bund hat die umfassende Sanierung mit 25 Millionen Euro maßgeblich unterstützt und werde sich auch in Zukunft für das Projekt engagieren.
Das modernisierte Museum, so Weimer, sei nicht nur ein architektonisches Highlight mit Nationalstrahlkraft und Bedeutung, sondern auch ein Ort, der weltweit museale Maßstäbe setze. In seinen Worten spannte der Staatsminister einen Bogen von Caspar David Friedrichs ikonischem „Mönch am Meer“ über die Literatur von Fallada und Johnson bis hin zu den sicherheitspolitischen Realitäten der Gegenwart.
Zugleich würdigte er die kulturelle Dimension des Ortes. Das Metaphysische des Meeres „ist etwas, was wir alle in uns tragen. Das Meer hat Menschen nicht nur inspiriert, es hat sie in besonderer Weise auch animiert, über das eigene Sein hinauszudenken und zu fühlen.“ Museen wie dieses helfen dabei, die Schönheit und Verletzlichkeit des Meeres nicht nur sichtbar, sondern auch erfahrbar zu machen.
Das Direktorium der Stiftung Deutsches Meeresmuseum – Burkard Baschek und Andreas Tanschus – ist gemeinsam mit der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer sowie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf dem Weg zum neugestalteten Museumsbau am Katharinenberg.
Quelle: BKM / Markus ScholzMit der umfassenden Sanierung ist ein modernes, zukunftsfähiges Museum entstanden, das die Bedeutung der Meere anschaulich vermittelt – interaktiv, inklusiv und wissenschaftlich fundiert. Die neue Ausstellung in der historischen Katharinenhalle trägt den Titel „Vielfalt“ und zeigt unter anderem ein originalgroßes Modell eines Walhais. Die komplett neugestaltete Aquarienlandschaft begeistert mit lebenden Meeresschildkröten, Korallen und tropischen Fischarten.
Weimer betonte die pädagogische Aufgabe des Hauses: Es helfe, zu verstehen, „wie groß der Ozean unseres Nichtwissens immer noch ist“, und fördere zugleich ein besseres Bewusstsein für die globale Bedeutung und Bedrohung der Meere.
Die Wiedereröffnung stärkt nicht nur den Museumsstandort Stralsund, sondern festigt auch die Rolle des gesamten Nordostens Deutschlands als kulturelle Region mit nationaler und internationaler Ausstrahlung. Die Hansestadt Stralsund, deren Altstadt seit 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, ist eng mit dem Meeresmuseum und seiner modernen Silhouette verbunden.
Im Anschluss an den Festakt zog ein musikalisch begleiteter Umzug mit Gästen und Künstlerinnen und Künstlern zum Museum. Ab 14 Uhr öffnete das MEERESMUSEUM seine Türen für die Öffentlichkeit – bei freiem Eintritt.
Die Stiftung Deutsches Meeresmuseum ist mit jährlich über 800.000 Besucherinnen und Besuchern eine der meistbesuchten Kultureinrichtungen in Deutschland. Neben dem MEERESMUSEUM gehören zur Stiftung auch das OZEANEUM, das Natureum am Darßer Ort sowie das Nautineum auf dem Dänholm. In ihrer inhaltlichen Ausrichtung auf den Lebensraum Meer ist die Stiftung bundesweit einzigartig.
Weitere Informationen: www.deutsches-meeresmuseum.de