Laura Vazquez und Christoph Peters ausgezeichnet

Franz-Hessel-Preis

Um den literarischen Dialog zwischen Deutschland und Frankreich zu stärken, wurde in diesem Jahr zum 16. Mal der Franz-Hessel-Preis verliehen. Erstmals fand die Preisverleihung auf dem Festival du Livre in Paris statt. Ausgezeichnet wurden Laura Vazquez und Christoph Peters.

Gruppenbild mit den Preisträgern des Franz-Hessel-Preises 2026
Quelle: Cyril Marcilhacy / Item

Herausragende Literatur über die Ländergrenzen hinweg zu präsentieren und so den literarischen und intellektuellen Dialog zwischen Deutschland und Frankreich zu vertiefen – das ist das Ziel des Franz-Hessel-Preis. 

Nun hat der deutsche Schriftsteller Christoph Peters die Auszeichnung für sein Werk „Innerstädtischer Tod“ erhalten. Der Roman verwebt Familiendrama, Kulturbetrieb und Politik, indem er von einem aufstrebenden Künstler und dessen Onkel, einem rechtspopulistischen Politiker, erzählt. In seinem Werk verbinde Peters „analytische Schärfe mit sprachlicher Souveränität und einer Ironie, die das Geschehen nicht relativiert, sondern konturiert“, so Jury-Mitglied Petra Metz. 

Ebenfalls prämiert wurde die französische Poetin Laura Vazquez mit ihrem Werk „Les Forces“. Ihr Roman erzählt von einer Frau, die soziale Konventionen in Frage stellt, während sie eine innere Suche nach Wahrheit durchläuft. Die Jury zeigte sich von der Sprache des Romans beeindruckt: „Sie ist der Körper des Romans, zugleich seine Figur und sein Gegenstand“, heißt es in der Begründung der Jury.

Preisverleihung in Paris

Der deutsch-französische Franz-Hessel-Preis für zeitgenössische Literatur wird seit 2010 vergeben und soll den literarischen Austausch zwischen Frankreich und Deutschland zu stärken. Prämiert werden ein deutsch- und ein französischsprachiger Autor oder eine Autorin, die im Nachbarland noch nicht bekannt und in der Regel auch noch nicht übersetzt sind. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von je 10.000 Euro verknüpft. 

Nachdem der Franz-Hessel-Preis im vergangenen Jahr auf der Leipziger Buchmesse verliehen wurde, fand die Preisverleihung 2026 zum ersten Mal auf der größten Buchmesse Frankreichs – dem Festival du Livre - in Paris statt. 

Der Franz-Hessel-Preis wird von der Stiftung Genshagen und der Villa Gillet verliehen. Die Auszeichnung ist nach dem jüdischen Schriftsteller Franz Hessel benannt, der ein bedeutender Mittler zwischen Deutschland und Frankreich war. Sie wird gemeinsam vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem französischen Kultusministerium finanziert. Die Verleihung findet jährlich abwechselnd in Deutschland und Frankreich statt. 

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