Das Bundeskabinett hat die Prägung von zwei 35-Euro-Silber-Sondermünzen für das Jahr 2027 beschlossen. Mit den Motiven der Rockmusikerin Tamara Danz und des Stummfilmklassikers „Metropolis“ würdigt die Bundesregierung zwei bedeutende Kapitel der deutschen Kulturgeschichte.
Sondermünze soll an eine große Künstlerin erinnern: Als Frontfrau der Band „Silly“ wurde Tamara Danz zur bekanntesten Rockmusikerin der DDR.
Was haben die 75. Berlinale, die UNESCO-Welterbestätte Gartenreich Dessau-Wörlitz und die Widerstandskämpferin Sophie Scholl gemeinsam? Auf den ersten Blick verbindet sie wenig – sie alle gehören jedoch zu den Motiven deutscher Sonder- und Gedenkmünzen. Nun hat die Bundesregierung die Herausgabe von zwei weiteren Sondermünzen für das Jahr 2027 verkündet.
„Sondermünzen sind weit mehr als Zahlungsmittel: Sie erzählen Geschichten über unser Land, veranschaulichen seine kulturelle Identität“, erklärt Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer anlässlich des Kabinettsbeschlusses. „Sie sind echte Kunstwerke für die Hosentasche.“
Münzen als Spiegel von Geschichte und Kultur
Münzen sind seit Jahrtausenden weit mehr als bloße Zahlungsmittel: Als Bildträger im Kleinformat vermitteln sie politische, kulturelle und gesellschaftliche Vorstellungen ihrer Zeit und sind wichtige historischen Quellen. Herrscherportraits, Bauwerke oder bedeutende Persönlichkeiten erzählen bis heute von den Werten und dem Selbstverständnis der Gesellschaften, die sie herausgeben.
Bis heute gilt sie als eine der bedeutendsten deutschen Rockmusikerinnen der 1980er- und 1990er-Jahre: Tamara Danz. Sie war die weibliche Stimme der Rockmusik in der DDR und schuf mit ihrer Band „Silly“ Songs, deren poetische und zugleich unerschrockene Texte von den Hoffnungen, Widersprüchen und Erfahrungen eines Lebens im SED-Staat erzählten. Mit einer 35-Euro-Sondermünze erinnert die Bundesrepublik an sie.
Ebenfalls gewürdigt wird die Uraufführung des monumentalen Films „Metropolis“ vor 100 Jahren. Der Film von Fritz Lang gilt als einflussreichster Science-Fiction-Film der Filmgeschichte. Neue Spezialeffekte, die filmische Sprache und nicht zuletzt die Erfindung des „Maschinenmenschen“ prägten das Genre und wirken bis heute nach – auch mit Blick auf die aktuelle Entwicklung der Künstlichen Intelligenz.
„Mit Tamara Danz und ‚Metropolis‘ würdigen wir zwei herausragende kulturelle Leistungen, die das Selbstverständnis unseres Landes bis heute – im wahrsten Sinne – mitprägen“, so Staatsminister Weimer.
Hinter jeder Sondermünze stehen Künstlerinnen und Künstler: Für die Sondermünze „Tamara Danz“ setzte sich im Gestaltungswettbewerb der Berliner Bildhauer Bodo Broschat durch, der seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Münzgestaltern Deutschlands zählt. Das Motiv „Metropolis“ stammt von Tobias Nowikow Winnen, einem jungen Gestalter, dessen Entwurf zum zweiten Mal für die Prägung einer deutschen Sondermünze ausgewählt wurde.
Wie entstehen Sondermünzen?
Der Entstehungsprozess von Sammlermünzen beginnt mit Themenvorschlägen, die Bürgerinnen und Bürger beim Bundesministerium der Finanzen einreichen können. Nach der Prüfung durch Fachleute und unter Beteiligung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) entscheidet das Bundesfinanzministerium über die Aufnahme eines Themas in das Münzprogramm. Für die Gestaltung wird anschließend ein Wettbewerb ausgeschrieben. Die endgültige Ausgabe der Münze muss nach dem Münzgesetz vom Bundeskabinett beschlossen werden.