Wer war Immanuel Kant? Wie beeinflussen seine Ideen unser Denken noch heute? Und inwiefern ist Kant weiterhin aktuell? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein neues Museum in Lüneburg und erschließt die Philosophie des aufklärerischen Denkers für ein breites Publikum. Staatsminister Weimer hat es am 11. März eröffnet.
Das neue Kant-Museum ist das erste Museum in Deutschland, das sich dauerhaft dem großen Denker der Aufklärung und seiner Gedankenwelt widmet. Für den Staatsminister für Kultur und Medien zeigt es dabei „eindrucksvoll, dass Philosophie kein abstraktes Lehrgebäude sein muss.“ Anschaulich vermittle das Museum Immanuel Kants Denken und lade dazu ein, über große Fragen von Wissen, Moral, Politik und Frieden neu nachzudenken, sagte Wolfram Weimer anlässlich der Eröffnung.
Das Kant-Museum ist Teil des Ostpreußischen Landesmuseums in Lüneburg, das über die weltweit größte Sammlung zu Immanuel Kant verfügt. Um diese der Öffentlichkeit angemessen präsentieren zu können, wurden ein mehrgeschossiger Anbau und eine neue Dauerausstellung geschaffen. Der Bund und das Land Niedersachsen haben dies mit 8 Millionen Euro unterstützt, wovon der Bund 5,6 Millionen Euro übernommen hat.
Das Kant-Museum beleuchtet nicht nur die Biografie des großen Philosophen, die in der Ausstellung selbstverständlich auch eine Rolle spielt. So ist beispielsweise der Original-Spazierstock des Königsberger Denkers zu sehen, mit dem er Tag für Tag zu seinem berühmten Nachmittagsspaziergang aufbrach. Dank Virtual Reality wird auch das historische Königsberg der Kantischen Zeit in einer aufwändigen Rekonstruktion erlebbar.
Vor allem präsentiert das Museum Immanuel Kant als Ideengeber, dessen Denken uns bis heute tief prägt. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, sich aktiv mit seinem Denken auseinanderzusetzen und Bezüge zur Gegenwart herzustellen. Drei Themenbereiche stehen im Fokus: Erkenntnis, Moral und Politik. „Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Verunsicherung brauchen wir mehr Kant: mehr kritisches Denken, mehr Wissen, mehr Bildung – und auch mehr Mut zum verantwortlichen Handeln“, betonte Staatsminister Weimer zur Eröffnung.
Festwoche zu Eröffnung
Zur Eröffnung veranstaltet das Kant-Museum vom 12. bis 15. März 2026 eine Festwoche. Besucherinnen und Besucher erwarten Führungen, Einblicke hinter die Kulissen der Ausstellung, Gespräche mit den Kuratoren, Gestalterinnen und Architekten sowie ein Theaterabend. Der Eintritt ist frei – außer für die Theateraufführung. Dafür ist auch eine Anmeldung notwendig.