Historische Quellen vor KI-Fälschungen schützen

Global Authentic Memory Initiative

Die gemeinnützige Initiative „Global Authentic Memory Initiative“ entwickelt eine offene technische Lösung, die es Archiven, Gedenkstätten und Bibliotheken ermöglicht, die Authentizität ihrer digitalen historischen Bestände langfristig überprüfbar zu machen. Damit soll Desinformation und Geschichtsfälschung entgegengewirkt werden. BKM und Google.org, die gemeinnützige Stiftung von Google, unterstützen das Projekt finanziell.

Blick in einen Flur des ehemaligen Lagergefängnisses in der KZ-Gedenkstätte Dachau
Quelle: Rainer Viertlböck / KZ-Gedenkstätte Dachau

Ist dieses historische Foto echt oder ein KI-generiertes Fake? Gerade in sozialen Netzwerken verbreiten sich zunehmend täuschend realistische KI-generierte Bilder und Videos, die vermeintliche historische Ereignisse zeigen – insbesondere mit Bezug zum Nationalsozialismus. Die frei erfundenen Darstellungen können historische Fakten verzerren, Täter- und Opferrollen umdeuten und revisionistische Narrative verbreiten. Oft geht es dabei auch darum, Aufmerksamkeit und Reichweite zu erzielen.

Im Januar 2026 machten mehr als 30 deutsche Gedenkstätten in einem offenen Brief auf die Gefahren dieser Entwicklung aufmerksam und riefen zum Handeln auf. Auch Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer betont: „Der Erhalt unseres kollektiven Gedächtnisses und der Schutz historischer Wahrheiten sind fundamentale Säulen einer wehrhaften Demokratie.“

Digitale Nachweise für historische Quellen

Um der Verbreitung von Desinformation und Geschichtsfälschung entgegenzuwirken, unterstützt BKM die „Global Authentic Memory Initiative“ (GAMI). GAMI ist eine gemeinnützige Initiative der Authentic Memory gUG, die als Ausgründung der Technischen Universität München und der Ludwig-Maximilians-Universität München ins Leben gerufen wurde. Sie möchte historische Digitalbestände als verlässliche Grundlage für Forschung, Bildung und öffentliche Erinnerung im KI-Zeitalter erhalten.

Mithilfe eines digitalen Verfahrens werden historische Dokumente mit einem digitalen Nachweis versehen. Dieser besteht aus einem kryptografischen Fingerabdruck, einem Zeitstempel und einer institutionellen Signatur. Damit lässt sich die Echtheit und Unversehrtheit digitaler Bestände überprüfen und ihre Herkunft nachvollziehen. So können authentische historische Quellen besser von KI-generierten Fälschungen unterschieden werden.
 

Staatsminister Weimer begrüßt die Technologie: „Gedächtniseinrichtungen erhalten mit GAMI ein innovatives Tool, das ihre digitalen Bestände nachhaltig vor Fälschungen schützt und gleichzeitig sicherstellt, dass unsere Geschichte nicht zum Spielball politischer Interessen wird.“

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien unterstützt die Global Authentic Memory Initiative mit Fördermitteln in Höhe von 100.000 Euro. Weitere 300.000 Euro trägt die philanthropische Stiftung von Google, Google.org.

Deutsches Projekt mit internationaler Perspektive

Mit ihrer offenen und herstellerunabhängigen Infrastruktur möchte GAMI möglichst vielen Einrichtungen die Nutzung des digitalen Nachweisverfahrens ermöglichen. Erste erfolgreiche Pilotprojekte hat die Initiative bereits mit den KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg durchgeführt. Langfristig verfolgt GAMI das Ziel, mit ihrer Technologie einen internationalen Standard für die digitale Absicherung historischer Quellen zu etablieren.

Weiterführende Informationen zum Projekt finden Sie auf der Website der Global Authentic Memory Initiative. 

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