Grundsteinlegung Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal

36. Jahrestag der Friedlichen Revolution

Am 9. Oktober 2025 wurde auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig der Grundstein für das dortige Freiheits- und Einheitsdenkmal gelegt – auf den Tag genau 36 Jahre nach der Montagsdemonstration in der Messestadt, die als Schlüsselmoment der Friedlichen Revolution in die Geschichte einging. Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien, nahm an der feierlichen Zeremonie im Rahmen des Leipziger Lichtfestes teil und würdigte den Mut der Demonstrierenden von 1989 als bedeutenden Beitrag zur Wiedervereinigung und zu einem demokratischen Europa.

Michael Kretschmer, Skadi Jennicke, Wolfram Weimer, Burkhard Jung und seine Frau Ayleena stellen ihre Kerzen in die große ’89 in der Leipziger Innenstadt.

Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen, Skadi Jennicke, Leipziger Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur, Wolfram Weimer, Staatsminister für Kultur und Medien, Burkhard Jung, Oberbürgermeister von Leipzig, und seine Frau Ayleena, stellen ihre Kerzen in die große ’89 in der Leipziger Innenstadt.

Quelle: picture alliance/dpa | Jan Woitas

„Im Herzen von Leipzig wollen wir an einen entscheidenden Wendepunkt der deutschen Geschichte erinnern. Die ostdeutschen Bürgerinnen und Bürger, die im Herbst 1989 mit Kerzen in den Händen für eine freiheitliche Demokratie und für Menschenrechte demonstrierten, öffneten den Weg in die gemeinsame Zukunft unseres Landes“, betonte Staatsminister Weimer. „Sie haben uns gezeigt, welche unwiderstehliche Kraft in der Idee der Freiheit steckt. Ihr Mut erinnert uns bis heute daran, dass Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist – und dass sie nur dort lebt, wo Menschen bereit sind, für ihre Überzeugungen einzustehen.“

Banner, Fahnen, Transparente

Der Siegerentwurf mit dem Titel „Banner, Fahnen, Transparente“ stammt vom Leipziger Architekturbüro ZILA Architekt.innen gemeinsam mit der Künstlerin Bea Meyer und dem Architekten Michael Grzesiak. Er wird sich in den westlichen Teil des Wilhelm-Leuschner-Platzes einfügen, der künftig parkähnlich gestaltet wird. Die abstrahierten Banner und Fahnen aus Edelstahl greifen die Symbolik der Friedlichen Revolution auf und verknüpfen Geschichte mit Gegenwart.

Die Bundesregierung unterstützt den Bau des Denkmals mit rund 2,5 Millionen Euro aus dem Bundeskulturhaushalt. Auch der vorausgegangene Wettbewerb mit breiter Bürgerbeteiligung sowie das diesjährige Lichtfest wurden mit Bundesmitteln gefördert. Gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen und der Stadt Leipzig entsteht so ein national bedeutsames Denkmal, das 2029 – zum 40. Jahrestag der Friedlichen Revolution – eröffnet werden soll.

Zeichen der Erinnerung und Mahnung

Der Abend in Leipzig wurde von einem vielseitigen künstlerischen Programm begleitet: Höhepunkt war die Uraufführung des Chorwerks „Unser Mut wird nah bei uns sein“, dargeboten von 170 Kindern und Jugendlichen aus Leipzig und der Partnerstadt Lyon – ein eindrucksvolles Zeichen europäischer Solidarität.

Mit dem Denkmal setzt Leipzig ein starkes Zeichen der Erinnerung und Mahnung – und wird zugleich zum Ort der Begegnung und des demokratischen Austauschs. Ein Ort, an dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbunden werden.

Hintergrund: Die Montagsdemonstration vom 9. Oktober 1989 in Leipzig gilt als entscheidender Wendepunkt im Protest gegen die SED-Diktatur. Der befürchtete gewaltsame Gegenschlag der Staatsmacht blieb aus – damit begann das Ende der DDR. Die Friedliche Revolution führte schließlich zum Fall der Mauer und zur deutschen Einheit.

Das Denkmal soll diesen historischen Moment dauerhaft sichtbar machen – als Zeichen für Zivilcourage, für friedlichen Protest und für die demokratische Erneuerung, die von Leipzig ausging. Die Umsetzung erfolgt durch die Stadt Leipzig gemeinsam mit dem Bund, dem Freistaat Sachsen und der Stiftung Friedliche Revolution als zivilgesellschaftliche Trägerin des Projekts. Weitere Informationen: www.freiheitsdenkmal-leipzig.de

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