Geschichte sichtbar machen

Nürnberger Kongresshalle und Zeppelinfeld

In Nürnberg hat Staatsminister Weimer symbolisch Förderbescheide für zentrale Projekte auf dem ehemaligen Nürnberger Reichsparteitagsgelände überreicht. Unterstützt werden damit unter anderem die künftige kulturelle Nutzung der Kongresshalle Nürnberg sowie die Weiterentwicklung von Zeppelintribüne und Zeppelinfeld zu einem Lern- und Begegnungsort.

Blick auf die Nürnerger Kongresshalle

Weimer: „Kulturbauten sind mehr als Architektur: Sie sind ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Miteinanders und die Bausteine unserer kulturellen Identität.“

Quelle: BKM / Timm Schamberger

Das ehemalige Reichsparteitagsgelände in Nürnberg mit dem Zeppelinfeld und der unvollendeten Kongresshalle verdeutlichen noch heute anschaulich Ideologie und Größenwahn des Nationalsozialismus. Nun werden an diesem Ort die historische Aufarbeitung gestärkt und Möglichkeiten für Kultur und Kunst geschaffen. 

Für dieses Vorhaben hat Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer gemeinsam mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Staatsminister Markus Blume symbolische Förderbescheide an Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König übergeben.

Staatsminister Weimer hob die besondere Bedeutung der Projekte hervor: „Wo einst Ausgrenzung und Gleichschaltung geplant waren, entstehen nun Räume für freie Kunst, kritisches Denken und demokratischen Dialog.“ Geschichte werde an diesen Orten nicht überdeckt oder verdrängt, sondern bewusst sichtbar gemacht, so Weimer.

Neue Perspektiven für Kongresshalle und Zeppelinfeld

Die Kongresshalle Nürnberg soll künftig als Ort für Kunst und Kultur genutzt werden. In dem historischen Monumentalbau sind „Ermöglichungsräume“ für Künstlerinnen und Künstler der Freien Szene geplant, die für Produktion, Präsentation und kulturellen Austausch genutzt werden können. Gleichzeitig soll der Bau in seiner historischen Gestalt erhalten bleiben, damit seine Geschichte weiterhin sichtbar und erfahrbar bleibt.

Die Zeppelintribüne und das Zeppelinfeld werden zu einem Lern- und Begegnungsort weiterentwickelt und ergänzen damit das bestehende Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Dafür werden die Zeppelintribüne mit ihrem „Goldenen Saal“ sowie die Wallanlage baulich gesichert und als begehbare historische Orte erhalten. Im Mittelbau der Tribüne entsteht zudem eine Ausstellung, der ehemalige Bahnhof Dutzendteich wird als zentraler Ankunfts- und Informationsort für Besucher erschlossen.

Die Gesamtförderung für die Weiterentwicklung der Kongresshalle und für das Zeppelinfeld beträgt 127,5 Millionen Euro. Davon stellt BKM aus den Mitteln des parlamentarisch initiierten Förderverfahrens „KulturInvest“ insgesamt 90,6 Millionen Euro bereit: 41,1 Millionen Euro für Zeppelintribüne und Zeppelinfeld sowie 29,5 Millionen Euro für die Kongresshalle und 20 Millionen Euro für die neuen Ermöglichungsräume. Weitere Mittel kommen vom Freistaat Bayern und der Stadt Nürnberg.

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