Freiheitsdichter, Weltbürger, Kultfigur – Friedrich Schiller hat viele Facetten. Das Schiller-Nationalmuseum beleuchtet sie und macht den Klassiker für die Öffentlichkeit lebendig. Im Fokus der neuen Dauerausstellung steht die politische Seite des Dichters. Staatsminister Weimer hat sie jetzt in Marbach eröffnet.
Staatsminister Weimer beim Rundgang durch die neue Ausstellung mit Museumsleiterin Vera Hildenbrandt und DLA-Direktorin Sandra Richter
„Friedrich Schiller hat die Kultur-Nation Deutschland geprägt wie kaum ein anderer“, erklärte der Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer anlässlich der Eröffnung. Auch heute, wo Deutschland sich in immer größerer Dynamik wandele, sollten wir den Blick auf die zeitlosen Werte in Schillers Werk richten, auf Menschenwürde, Gerechtigkeit, Brüderlichkeit und Freiheit. Diese Werte seien auch weiterhin die Grundlagen für das gelingende Zusammenleben unserer Nation, so der Staatsminister.
Gemeinsam mit der Baden-Württembergischen Kulturministerin Petra Olschowski, dem französischen Botschafter François Delattre und der Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach Sandra Richter eröffnete er am 30. Oktober die neue Dauerausstellung des Schiller-Nationalmuseums. Sie sei eine würdige Heimat für diesen Weltbürger der Freiheit, sagte Weimer.
Der Staatsminister dankte allen Beteiligten und Mitarbeitenden des Deutschen Literaturarchivs Marbach für ihren Einsatz und würdigte die Bedeutung des Archivs. „Hier in Marbach hüten wir nicht nur nationale Schätze, sondern Weltkulturerbe. Friedrich Schiller bleibt in diesem Sinne eine wegweisende Nationalfigur für uns. Keine des genuin Deutschen, die für Nationalismus und Abgrenzung herhalten kann – sondern eine Nationalfigur der Freiheit.“
Die neue Dauerausstellung „Schiller!“ wurde vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen der Digitalisierungsinitiative des Bundes sowie von der Wüstenrot Stiftung mit insgesamt 640.000 Euro gefördert. Das Schiller-Nationalmuseum ist Teil des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Es wird vom Bund und dem Land Baden-Württemberg jährlich jeweils mit derzeit 6,87 Millionen Euro sowie weiteren Projektmitteln unterstützt.
Zu entdecken gibt es in der neuen Dauerausstellung in Marbach rund 400 Exponate, darunter Manuskripte, Briefe, Bücher, Bilder und Skulpturen. Erstmals sind dort beispielsweise zentrale Arbeitsfragmente zu Schillers Drama „Don Carlos“ zu sehen. Im Zentrum der Ausstellung, die den Autor im Kontext des 18. und 19. Jahrhunderts präsentiert, steht die politische Dimension von Friedrich Schillers Werk. So geht die Schau den Lebenserfahrungen nach, die sein Verständnis von Politik, Freiheit und Gesellschaft prägten, aber auch der Bedeutung der Werte der Französischen Revolution für sein Leben und Werk.
Neue Perspektiven auf Schillers Ideenwelt sollen zudem regelmäßig durch Interventionen von Gegenwartsautorinnen und -künstlern in die Ausstellung eingebracht werden. Eine Spur, die durch die gesamte Ausstellung führt, macht „Schiller!“ schließlich auch für Kinder zum Erlebnis.
Weitere Informationen zur Ausstellung „Schiller!“ finden Sie auf der Website des Deutschen Literaturarchivs Marbach.