FREIRAUM KUNST

Pop up-Galerie im Schloss Bellevue

Der Amtssitz des Bundespräsidenten wird in den nächsten Jahren grundlegend saniert. Bevor die Arbeiten beginnen, hat Schloss Bellevue noch einmal seine Türen geöffnet– für die Öffentlichkeit und für die Kunst. Zwei Wochen lang ist dort eine Ausstellung der Akademie der Künste zu sehen.

Blick in die Ausstellung "Freiraum Kunst" mit Bildern von Wolfgang Tillmans

Blick in die Ausstellung FREIRAUM KUNST im Schloss Bellevue

Quelle: Wolfgang Tillmans / dotgain

Zwei Bilder im Street Art-Stil empfangen die Besucherinnen und Besucher im Eingangsbereich von Schloss Bellevue, wo sonst eine Ahnengalerie deutsche Staatsoberhäupter präsentiert. Das eine zeigt eine Gruppe von Herren in Anzug und Krawatte im Gespräch, das andere eine junge Frau mit Pferdeschwanz und entschlossenem Blick. „Bundespräsidentin“ heißt das Werk des Künstlers El Bocho und verweist gewitzt auf eine Leerstelle in der Geschichte politischer Repräsentation in Deutschland. 

El Bocho ist einer von 23 Künstlerinnen und Künstlern, deren Arbeiten derzeit im Amtssitz des Bundespräsidenten zu sehen sind. 20 von ihnen sind Mitglieder der Akademie der Künste, darunter Katharina Grosse, Wolfgang Tillmans und Monica Bonvicini. Es sind ganz unterschiedliche künstlerische Arbeiten, die die Akademie der Künste für die zweiwöchige Pop-Up-Galerie zusammengestellt hat. Die Werke werden keiner These untergeordnet, doch alle befragen unsere Gesellschaft: Wie beispielsweise verhalten wir uns zu unserer eigenen Geschichte? Und wie zur Darstellung der Geschlechter und der Objektivierung von Frauen? 

Die Kunst eröffnet den Besucherinnen und Besuchern nicht zuletzt eine neue Perspektive auf Schloss Bellevue als Symbol unserer liberalen Demokratie. Am Ende der Ausstellung gelangen die Besucherinnen und Besucher in das „Büro der öffentlichen Sache“, wo sie Gespräche, Performances und partizipative Formate erwarten. Sie zeigen, dass Öffentlichkeit und Teilhabe gestaltet werden können.
 

FREIRAUM KUNST ist noch bis zum 28. Juni 2026 in Schloss Bellevue zu sehen. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien hat die Ausstellung mit 100.000 Euro gefördert. Der Eintritt ist frei, jedoch nur mit vorab gebuchtem Ticket möglich. 

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