Die Bundesregierung wird den Filmstandort Deutschland mit einem Investitionspakt samt Filmbooster stärken. Durch eine Investitionsverpflichtung mit Öffnungsklausel sollen mehr private Mittel in die deutsche Filmwirtschaft fließen. Gleichzeitig werden die Mittel für die wirtschaftliche Filmförderung auf 250 Millionen Euro pro Jahr aufgestockt, um attraktive Anreize für nationale und internationale Produktionen zu schaffen.
„Mit Investitionspakt und Filmbooster schaffen wir endlich verlässliche, international konkurrenzfähige Rahmenbedingungen“, erklärt der Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer. „Das ist kein Symbol, sondern ein echter Investitionsimpuls: für Arbeitsplätze, Wertschöpfung und kreative Exzellenz“, so der Staatsminister.
Beschlossen wurde eine Investitionsverpflichtung mit umfassender Öffnungsklausel. Sie soll gewährleisten, dass Streamingdienstanbieter und Sender einen Beitrag zur Finanzierung deutscher und europäischer Produktionen leisten, der ihrer Marktstärke entspricht. Ziel ist es, Aufträge für die deutsche Filmwirtschaft sicherzustellen, ohne unverhältnismäßig in die Geschäftsmodelle der Streamer und Sender einzugreifen.
Dafür wird eine gesetzliche Basisquote in Höhe von 8 Prozent des jährlichen Unternehmensumsatzes festgelegt; diese liegt moderat über dem europäischen Durchschnitt. Hinzu kommen Subquoten für deutschsprachige Inhalte, unabhängige Produzenten und die Herstellung neuer Werke sowie Vorgaben für eine faire Rechteteilung mit unabhängigen Produzenten. Darüber hinaus setzt die Investitionsverpflichtung einen Anreiz für freiwillige Selbstverpflichtungen von Streamern und Sendern, die bereit sind, sich stärker zu engagieren. Sofern sie zu einer Investitionsquote von 12 Prozent oder mehr bereit sind, kann von den detaillierten gesetzlichen Vorgaben abgewichen werden.
Parallel geht der Filmbooster des Bundes an den Start: Damit steigen die Mittel für die wirtschaftliche Filmförderung verlässlich und überjährig auf 250 Millionen Euro pro Jahr – fast doppelt so viel wie bisher. So schafft der Bund attraktive Anreize und Planungssicherheit für nationale und internationale Produktionen. Zugleich setzt er ein klares Signal im Standortwettbewerb.
„Deutschland hat herausragende Talente in Drehbuch, Regie, Kamera, Schnitt und Produktion“, unterstreicht Wolfram Weimer. „Jetzt stimmen auch die Bedingungen, um diese Talente hier zu halten und neue Produktionen ins Land zu holen.“ Der Ball liege nun bei den Streamern und Sendern wie auch den Produzentinnen und Produzenten, so der Staatsminister.
Der Investitionspakt und der Filmbooster sind Teil einer umfassenden Reform der Filmförderung des Bundes. Ziel ist es, den Produktionsstandort Deutschland zu stärken und international wettbewerbsfähiger zu machen. Die Reform basiert auf vier Säulen. In der vergangenen Legislatur wurden mit dem neuen Filmförderungsgesetz und der neuen jurybasierten kulturellen Filmförderung bereits zwei zentrale Elemente umgesetzt. Jetzt wird die Reform mit der Investitionsverpflichtung für Streamingdienstanbieter und Sender samt Erhöhung der Anreizförderung zu einem Abschluss gebracht.