Staatsminister Wolfram Weimer hat die Kinderreporter des Vereins fragFINN zu einem Redaktionstreffen mit Exklusiv-Interview im Bundeskanzleramt empfangen. Im Maschinenraum der Bundesregierung löcherten acht Mädchen und Jungen im Alter von 8 bis 13 Jahren den Staatsminister mit allerhand Fragen.
Staatsminister Weimer nahm die Kinderreporterinnen und -reporter im Infosaal des Bundeskanzleramts im Empfang.
Zunächst einmal baten die jungen Reporter und Reporterinnen um eine genaue Aufgabenbeschreibung: „Was macht denn so ein Staatsminister für Kultur und Medien?“ Sein Auftrag bestehe darin, dass Kultur und Medien in Deutschland frei und unabhängig stattfinden können, erklärte Wolfram Weimer. Dabei machte er deutlich, dass er sich als Politiker nicht einmischen darf, was gezeigt oder geschrieben wird.
Der fragFINN e. V. wurde Ende 2007 im Rahmen der Initiative „Ein Netz für Kinder“ (ENfK) gegründet. Zweck des Vereins ist die Förderung von Kinder- und Jugendschutz, Bildung und Erziehung, sowie Verbraucherschutz im Multimediabereich. Er wird getragen von Beiträgen und Spenden seiner Mitgliedsunternehmen, Unterstützungen durch Verbände und Vereine sowie von projektbezogenen staatlichen Mitteln. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien unterstützt fragFINN seit vielen Jahren regelmäßig durch die Förderung verschiedener Projekte. Aktuell betrifft dies die KI-Projekte „KieKI – Kinder erklären KI“ und „fragFINN – mit künstlicher Intelligenz smarter“.
Warum es denn wichtig sei, dass Kinder Reporterinnen und Reporter sein dürfen, lautete eine weitere Frage. „Eure Meinungen sind mindestens genauso wichtig wie die von Erwachsenen“, versicherte der Staatsminister. „Und es ist wichtig, dass ihr Fragen stellt. Ich finde es toll, dass ihr das macht“, lobte Weimer.
Die Kinderreporterinnen und -reporter des fragFINN e.V. berichten seit 2019 altersgerecht über aktuell wichtige Themen, um Kinder zu befähigen, sich an gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen. Ziel ist es, junge Menschen für die großen Themen rund um Medien und Nachrichten fit und kompetent zu machen. Ihre Reportagen werden auf der Webseite und den Social-Media-Kanälen des Vereins veröffentlicht.
Was macht ein Staatsminister eigentlich den ganzen Tag? Beim Besuch im Büro des Staatsministers bekamen die Reporterinnen und Reporter einen ersten Einblick.
Quelle: Kay HerschelmannDas Gespräch mit Staatsminister Weimer fand im Rahmen des aktuellen fragFINN-Projektes „KieKI – Kinder erklären KI“ statt. Besonders interessiert zeigte sich der Reporternachwuchs daher am Thema KI. Am Beispiel des Weimatar, dem ersten Minister-Avatar in Deutschland, machte der Staatsminister das große Potenzial von KI-Technologien deutlich. Der Avatar ermögliche es unter anderem, als Politiker in allen Sprachen der Welt mit den Menschen zu sprechen.
Zum Problem werde KI dann, so der Staatsminister weiter, wenn sie sich einfach an Inhalten anderer Menschen bediene, ohne dass diese dafür bezahlt werden. Als Beispiel führte Weimer KI-Zusammenfassungen an, bei denen ganze Antworten aus verschiedenen Quellen so präsentiert werden, dass die Nutzerinnen und Nutzer die eigentlichen Webseiten gar nicht mehr besuchen müssten. Er setze sich daher für faire Rahmenbedingungen ein, unter denen schöpferische Leistungen weiterhin ermöglicht werden – dies gelte insbesondere für Künstlerinnen und Künstler oder Journalistinnen und Journalisten.
Gerade angesichts der rasanten Entwicklungen auf dem Medienmarkt entwickele sich die Medienkompetenz junger Menschen immer mehr zu einer der grundlegenden Zukunftsfragen demokratischer Gesellschaften, betonte der Staatsminister im Nachgang des Besuchs.
„Für die unabhängige Meinungsbildung wird es immer wichtiger, sich selbst auf Recherche zu begeben, um zwischen Fakten und gezielten Falschinformationen zu unterscheiden. Hier setzt die Arbeit des Vereins fragFINN an, indem er es Kindern ermöglicht, sich selbst als echte Reporter an den großen Themen unserer Zeit zu versuchen“, lobte Weimer.
Genau dieses Engagement mache fragFINN so wertvoll. „Mit ihrer unbefangenen Neugier und ihrer Bereitschaft, sich auch etwas kompliziertere Antworten anzuhören, haben sich die FINNreporterinnen und -reporter als Botschafter für frühe Medienkompetenz gezeigt“, so der Staatsminister.