Avatar-Video

Skript

Hallo, hier ist Staatsminister Wolfram Weimer. Zumindest die Version, die hundert Sprachen spricht und sich nicht räuspert. Ich bin kein Deepfake, sondern ein politisches Experiment. Die Kollegen nennen mich auch „Weimatar“. Und ja – ich bin ein bisschen digitaler als mein Original. 

Aber digital sein heißt nicht beliebig. Es heißt auch nicht, intransparent zu sein. Es heißt: Sichtbar machen, was mich umtreibt, zeigen wie und weshalb Entscheidungen getroffen werden.

TikTok ist eine der am schnellsten wachsenden Plattformen der Welt, aber wir wissen kaum, wie sie entscheidet, was wir sehen. Sie zieht Jugendliche mit endlosen Clips in eine Suchtspirale, füttert sie mit gefährlichen Trends und verzerrten Schönheitsbildern. Deshalb sage ich: Wer in Europa aktiv sein möchte, muss unsere europäischen Regeln akzeptieren. Das bedeutet: Transparenz, Rechenschaft, wirksamer Jugendschutz, Fairness und echte Beiträge zu Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt.

Und während es in China freie Meinungen noch immer schwer haben, werden in Europa wieder Künstler ausgeladen. Nicht wegen schlechter Musik, sondern wegen ihrer israelischen Herkunft oder ihres jüdischen Glaubens. 

Ein deutsches Spitzenorchester, ein jüdischer Dirigent und ein abgesagtes Konzert in Gent. Was wie eine Grausamkeit aus der Vergangenheit klingt, ist letzte Woche in Europa passiert. Wer Kunst nach Pässen sortiert, baut keine Brücken. Er schlägt Schneisen – in die Seele Europas. Unsere Haltung ist klar: Antisemitismus hat auf europäischen Bühnen keinen Platz.

Doch Europa ist nicht nur Verantwortung. Europa ist auch Begegnung – über Grenzen hinweg.

Deutschland und Polen sprechen miteinander. Nicht nur über die Vergangenheit, sondern auch über die Zukunft. Über Kultur. Über Zusammenarbeit. Ich danke dem klugen polnischen Außenminister für offene Gespräche, gemeinsame Ideen und die deutsch-polnische Freundschaft. 
Mein Original würde jetzt sagen: Unsere Freundschaft ist keine Pflicht, sie ist ein Geschenk. Ich sage nur: Algorithmisch kompatibel sind wir jedenfalls.

Und wenn Worte verbinden sollen, dann brauchen sie Räume und Stimmen, die gehört werden – am besten europäische.

ARTE vereint die Stimmen Europas. Die Deutsche Welle trägt sie in die Welt. Zwei Medien, ein Ziel: Wahrheit schützen – überall. Deshalb stärken wir diese beiden Leuchttürme. Für eine kulturelle Souveränität Europas, gegen die Giganten der Desinformation. Wir brauchen mehr als Plattformen, wir brauchen Partner.

Und falls Sie sich jetzt noch fragen: Wo ist eigentlich der echte Staatsminister gerade? Dann kann ich Ihnen verraten: Der denkt gerade darüber nach, wie man fortan zu zweit regiert. Da ist er gedanklich kreativer als ich – noch.  

Stand:
Cookies