Der Gestaltungswettbewerb für das Denkmal für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkrieges und die Opfer der deutschen Besatzung in Polen 1939 bis 1945 ist gestartet. Staatsminister Weimer und die polnische Kulturministerin Marta Cienkowska eröffneten gemeinsam die begleitende Auftaktkonferenz. „Die Errichtung des Denkmals ist eines der bedeutsamsten erinnerungspolitischen Projekte Deutschlands“, betonte der Staatsminister.
Weimer: „Mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geben wir dem Gedenken an die Millionen Opfer des deutschen Angriffskrieges auf Polen und der anschließenden Besatzung endlich eine sichtbare, dauerhafte Form.“
Mit einer deutsch-polnischen Fachkonferenz in Berlin ist der internationale Gestaltungswettbewerb für das Denkmal für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkrieges und der deutschen Besatzung in Polen 1939 bis 1945 gestartet. Neben dem Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer nahm auch seine polnische Amtskollegin Marta Cienkowska an der Eröffnung teil.
Bereits im Vorfeld unterstrich der Staatsminister die Bedeutung des zukünftigen Denkmals: „Rund fünf Millionen Menschen in Polen verloren ihr Leben. Sie wurden Opfer des Nationalsozialismus, der auf Vernichtung und die Auslöschung der polnischen Identität zielte.“ Dieses Denkmal nun auf den Weg zu bringen, sei Ausdruck unserer historischen Verantwortung und ein wichtiges Zeichen gegenüber Polen, so Weimer weiter.
Die Errichtung des Denkmals geht auf einen Beschluss des Deutschen Bundestages zurück. Im Jahr 2025 wurde bereits ein temporärer Gedenkort auf dem Gelände der früheren Kroll-Oper errichtet. Auf diesem Gelände wird im Anschluss an den Wettbewerb ein dauerhaftes Denkmal entstehen. Für das Projekt ist der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) zuständig, das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung übernimmt die Durchführung des Wettbewerbs.
Der zweistufige Gestaltungswettbewerb hat mit einem offenen Aufruf begonnen: Bis zum 5. Mai 2026 sind Künstlerinnen und Künstler sowie Architektinnen und Architekten dazu eingeladen, sich für die Teilnahme zu bewerben. Besonders aufgerufen ist dabei zu einer Beteiligung aus Polen, um die gemeinsame Perspektive beider Länder sichtbar zu machen.
Die Fachkonferenz, die am 29. und 30. April in der Humboldt-Universität Berlin stattfindet, dient der inhaltlichen Vorbereitung des Wettbewerbs. Expertinnen und Experten aus Deutschland und Polen tauschen sich über die Erinnerungskulturen beider Länder aus und diskutieren unter anderem, welche Anforderungen das Denkmal erfüllen soll.
Die Impulse der Konferenz fließen in die Auslobungsunterlagen ein, die den ausgewählten Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Sommer übermittelt werden. Nach der Ausarbeitung der Konzepte bis Oktober wird voraussichtlich im Dezember 2026 über die Preisträger entschieden. Für die Realisierung des Denkmals stellt der Bund insgesamt fünf Millionen Euro zur Verfügung.
Noch vor Beginn der Konferenz kamen Staatsminister Weimer und die polnische Kulturministerin Marta Cienkowska zu einem bilateralen Gespräch zusammen, in dem sie neben dem Denkmalprojekt auch weitere Themen europäischer Kultur- und Medienpolitik besprachen. Gemeinsam besuchten sie außerdem die Ausstellung „Gallery Looks. Modeinszenierungen“ der Gemäldegalerie in Berlin.