60 Millionen Euro für die freie Szene

Spatenstich auf Kampnagel

Kampnagel ist ein Leuchtturm der freien Szene. Mit seiner internationalen Kulturarbeit strahlt das größte deutsche Produktionshaus weit über Hamburg und die Bundesrepublik hinaus. Mit Unterstützung des Bundes wird das Theater in den kommenden Jahren umfassend saniert, modernisiert und erweitert. Jetzt wurde der Spatenstich begangen – mit einer Baggerperformance.

Baggerperformance vor Publikum auf dem Gelände von Kampnagel

“Kampnagel in a nutshell”: Zum Auftakt der Baumaßnahmen gab es eine Baggerperformance. 

Quelle: BKM / Christina Czybik

„Kunst in den Hallen und auf der Piazza hier, ist immer auch eine Kunst der Erweiterung, der Grenzüberschreitung“, sagte der Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer in seiner Rede beim Spatenstich für die Sanierung und Erweiterung der Spiel- und Produktionsstätte. Dass dieser statt mit dem üblichen symbolischen Spatenstich mit einer Baggerperformance gefeiert wurde, sei „Kampnagel in a nutshell“, freute sich der Staatsminister. 

Seit seiner Gründung Anfang der 1980er Jahre hat sich das Hamburger Theater zur größten Spielstätte der freien Kulturszene in Deutschland entwickelt und ist heute eines der vier Hamburger Staatstheater. Über 900 Veranstaltungen gibt es auf dem Areal einer ehemaligen Kranfabrik pro Jahr zu sehen, darunter zahlreiche interdisziplinäre Projekte. „Betrachtet man die Performances, Happenings, die Aktionen und Ausstellungen nun als Avantgarde oder als Aktivismus: Der Anspruch, politisch zu sein, widerständig, hinterfragend, rebellierend, das ist es, was diesen Ort so einzigartig macht, und das zieht sich durch die Geschichte von Kampnagel seit über vier Jahrzehnten“, betonte der Staatsminister.

Er freue sich daher umso mehr, dass wir heute dieses großartige Vorhaben mit der ersten Baggerschaufel starten. Das Projekt zeige, dass Bund und Land gemeinsam auch große Investitionsprojekte praktikabel und visionär umsetzen können. „Gemeinsam schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Kampnagel weiterhin ein Ort ist, an dem Kunst überrascht und herausfordert“, so Wolfram Weimer.
 

Um Kampnagel langfristig als international bedeutenden Produktionsort für die Freien Darstellenden Künste zu stärken, wird das historische Gelände umfangreich modernisiert und erweitert. Der Bund unterstützt das Vorhaben mit 60 Millionen Euro, die Freie und Hansestadt Hamburg trägt die übrigen Kosten. Es ist damit das größte Zuwendungsbauvorhaben im diesjährigen Bundeskulturetat.

Was wird durch die Modernisierung erreicht?

Durch die Modernisierung und Erweiterung sollen auf dem historischen, denkmalgeschützten Gelände zeitgemäße Produktionsbedingungen geschaffen werden. So sollen zusätzliche Produktions-, Proben- und Aufführungsflächen sowie neue Räume für Künstlerinnen und Künstler, Publikum und Nachbarschaft entstehen. Ziel ist es, dass sich Kampnagel auf dem gewohnt hohen künstlerischen Niveau als Spiel- und Produktionsstätte für die freie Szene, als Labor für spartenübergreifende Gegenwartskunst und als Raum für Begegnung weiterentwickeln kann. 

Während der gesamten Bauzeit bleibt Kampnagel geöffnet. Der Spielbetrieb wird in angepasster Form fortgesetzt. Der Wandel des Areals soll kontinuierlich durch künstlerische Formate, Gespräche und Interventionen begleitet werden. 
 

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Spiel- und Produktionsstätte Kampnagel.

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