Beim 25. Kulturpolitischen Spitzengespräch in Berlin kamen auf Einladung von Staatsminister Weimer die Kulturministerinnen und Kulturminister, die Kultursenatorinnen und Kultursenatoren der Länder sowie die Kommunalen Spitzenverbände zusammen. Im Fokus der Gespräche standen die Freiheit von Kunst und Kultur sowie die Stärkung der Provenienzforschung.
Das 25. Kulturpolitische Spitzengespräch fand im Apollosaal der Staatsoper Unter den Linden Berlin statt.
Gleich zu Beginn des Treffens bekräftigten Bund und Länder die zentralen Grundsätze ihrer gemeinsamen Kulturpolitik – und hielten diese in einer Erklärung fest. Zu diesen Grundsätzen gehören die Freiheit der Kunst, die kulturelle Vielfalt, die Eigenständigkeit kultureller Einrichtungen und die Verantwortung für eine offene, demokratische Gesellschaft. Kunstfreiheit schließe auch kritische und unbequeme Positionen ein, während kulturelle Einrichtungen verlässliche Rahmenbedingungen für ihre Arbeit benötigten.
Außerdem hoben die Beteiligten die Verantwortung Deutschlands für die Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus und des SED-Regimes hervor. Auch die Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus werde fortgesetzt. Antisemitismus, Rassismus, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und der Verharmlosung historischen Unrechts treten Bund und Länder entschieden entgegen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Spitzengesprächs war die Stärkung der Provenienzforschung – diese widmet sich der Herkunft von Kunstwerken und anderen Kulturgütern, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, vor allem Jüdinnen und Juden, geraubt wurden.
„Provenienzforschung hilft uns, Geschichte und einzelne Schicksale sichtbar zu machen sowie Verantwortung zu übernehmen“, erklärt Staatsminister Weimer im Rahmen des Treffens. Dafür stehe der Bund unter anderem mit der Unterstützung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste ein. „Mit dem heute verabschiedeten Konzept wollen wir dafür sorgen, dass diese wichtige Arbeit auch künftig verlässlich, unabhängig und nachhaltig fortgeführt werden kann“, so Weimer weiter.
Das im Spitzengespräch verabschiedete Konzeptpapier schlägt als Handlungsoptionen vor, Verfahren stärker zu standardisieren und transparenter zu gestalten. Zudem sollen Bestände besser dokumentiert und erschlossen werden, um die Provenienzforschung zu erleichtern.
Darüber hinaus wird befürwortet, Infrastrukturen auszubauen und den Zugang zu relevanten Quellen zu verbessern. Auch die stärkere Verankerung der Nutzung digitaler Technologien sowie der Ausbau von Ausbildung, Weiterbildung und Grundlagenforschung wird empfohlen, um die Provenienzforschung langfristig zu stärken und ihre Ergebnisse zu sichern.