Der Krieg in der Ukraine ist nicht nur ein Angriff auf die dort lebenden Menschen. Er richtet sich auch gegen die Demokratie, die Meinungs- und die Kunstfreiheit sowie die kulturelle Identität des Landes. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien setzt sich daher weiterhin mit verschiedenen Maßnahmen dafür ein, die ukrainische Kultur und ihre Kreativszene zu unterstützen.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine verursacht enormes Leid. Auch der Kultur- und Medienbereich ist betroffen. Seit Beginn des Krieges hat die UNESCO 519 Kulturstätten als beschädigt verifiziert. Zahlreiche Kultur- und Medienschaffende haben ihr Leben verloren.
„Ich spreche den Ukrainerinnen und Ukrainern meine tief empfundene Solidarität aus. Wir stehen weiter fest an der Seite des Landes und seiner Kultur“, erklärte der Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer anlässlich des vierten Jahrestags des russischen Überfalls. „Kultur ist Identität, Erinnerung und Zukunft zugleich. Wer Kultur zerstört, will ein Land auslöschen. Das werden wir nicht zulassen“, betonte der Staatsminister. „Wir werden die ukrainische Kultur im Krieg und im Wiederaufbau weiterhin verlässlich unterstützen.“
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) setzt sich seit Beginn des Krieges mit diversen Maßnahmen für Kultureinrichtungen sowie Künstlerinnen, Kreative und Medienleute aus der Ukraine ein. Die Hilfsprogramme verbinden akute Nothilfe mit langfristigen Perspektiven für den Wiederaufbau und die Resilienz von Kultur und Medien. Auch 2026 gibt es mehrere Förderprojekte.
So beteiligt sich BKM neben anderen Partnern an der Finanzierung des Messeauftrittes der Ukraine auf der Leipziger Buchmesse 2026 (19. bis 22. März 2026). Ukrainische Autorinnen und Autoren sowie Verlage erhalten dort eine sichtbare Plattform für Austausch, Debatte und internationale Vernetzung.
Die von BKM getragene Kulturstiftung des Bundes fördert in diesem Jahr die Kyiv Biennale. Die Ausstellung zeitgenössischer ukrainischer Künste findet 2026 am Exil-Standort Berlin statt. Sie wird am 11. Juni eröffnet. Die Kyiv Biennale wurde 2013 im Zuge des Euromaidan in der Ukraine gegründet und entwickelte sich schnell zu einem wichtigen kulturellen und zivilgesellschaftlichen Akteur. Unter der Leitung von Vasyl Cherepanyn hat sich die unabhängige Kunst-Schau auch international einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Begleitet wird sie von einem umfangreichen Diskursprogramm. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Kulturstiftung des Bundes.
Darüber hinaus beteiligt BKM sich auch 2026 am Europäischen Solidaritätsfonds für den Ukrainischen Film (European Solidarity Fund for Ukrainian Films, ESFUF). 2023 zur Förderung der Entwicklung und Fertigstellung gegründet, unterstützt der Fonds seit 2025 die Produktion von Koproduktionen zwischen ukrainischen und europäischen Filmschaffenden. Er wird inzwischen von 19 Filmförderinstitutionen aus 18 verschiedenen Staaten finanziert. Bislang wurden insgesamt 70 Projekte mit 4,3 Millionen Euro unterstützt. Die Auswahlentscheidungen werden durch eine unabhängige Jury getroffen. Der Fonds wird durch das französische Centre National du Cinema et de l’image animée (CNC) verwaltet. 18 der durch ESFUF unterstützten Filme wurden für namhafte Festivals ausgewählt worden, etwa Kateryna Gornostais Film „Timestamp“, der 2025 auf der Berlinale im Wettbewerb lief.
Um 76 der bedeutendsten Gemälde des Museums für westliche und östliche Kunst aus Odessa zu schützen, haben die Staatlichen Museen zu Berlin in Kooperation mit dem Museum in Odessa eine große Sonderausstellung der Werke in Berlin organisiert. Dabei ging es auch darum, das Museum, seine Kunstschätze und die engen kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und der Ukraine bekannter zu machen. Die Ausstellung „Von Odesa nach Berlin“ war 2025 in der Berliner Gemäldegalerie zu sehen. Eine Auswahl der Bilder wird noch bis zum 22. März 2026 im Kurpfälzischen Museum der Stadt Heidelberg präsentiert.
Auch auf internationaler und europäischer Ebene engagiert sich BKM im Rahmen unterschiedlicher multilateraler Konferenzen und Formate für den Schutz des ukrainischen Kulturerbes und den Wiederaufbau, unter anderem bei der Ukraine Recovery Conference (URC). Zuletzt hat BKM an der internationalen Konferenz „Cooperation for Resilience“ zur Unterstützung des ukrainischen Kultursektors und zur Vorbereitung der URC 2025 teilgenommen.